Donald Trump sah sich bei der TV-Debatte der Republikaner auch gezwungen, seine Männlichkeit zu verteidigen. © Jim Young/Reuters

Die Senatoren Marco Rubio und Ted Cruz haben Donald Trump in einer weiteren TV-Debatte heftig attackiert. Trump, der bei den Vorwahlen der Republikaner deutlich in Führung liegt, musste sich gegen zahlreiche Angriffe wehren. Gleichzeitig kündigten seine Konkurrenten jedoch überraschend an, sich hinter den Milliardär stellen zu wollen, sollte dieser nominiert werden. 

Besonders aggressiv bekämpften sich Trump und Rubio. Rubio sprach dem Milliardär ab, wirklich konservativ zu sein:  "Zwei Drittel der Stimmen in den Vorwahlen gingen gegen Sie. Die Partei von Lincoln und Reagan wird niemandem folgen, der nicht wirklich konservativ ist." 

Cruz bezweifelte dagegen, dass Trump wirklich der Antipolitiker sei, der er vorgebe zu sein: "40 Jahre lang war Donald Teil der Korruption in Washington, auf die die Menschen so sauer sind." Er erinnerte daran, dass Trump in der Vergangenheit zehn Schecks für verschiedene Kampagnen der Demokratin Hillary Clinton ausgestellt habe. "Das war wegen der Geschäfte", rechtfertigte sich Trump.

Persönliche Angriffe

Auch Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly, mit der sich der 69-Jährige im Wahlkampf angelegt hatte, zeigte sich angriffslustig.  Eingespielte Beiträge sollten Trumps häufig wechselnde Positionen entlarven. In einem Beitrag aus dem September 2015 schien Trump die Aufnahme von syrischen Flüchtlingen in die USA gutzuheißen, während er diese Idee am nächsten Tag gleich wieder zurückwies. Trump verteidigte sich, es sei wichtig für einen Präsidenten, flexibel zu sein. Er fügte jedoch hinzu, er habe einen sehr starken Kern an Überzeugungen.

Die Debatte ging teilweise auch unter die Gürtellinie: Trump verteidigte die Größe seiner Hände, nachdem Rubio ihn damit aufgezogen hatte, wie klein diese seien – für Trump eine offensichtliche Anspielung sexueller Fähigkeiten. Dazu sagte er: "Wenn sie klein sind, dann muss auch etwas anderes klein sein. Ich garantiere Ihnen, da gibt es kein Problem." Cruz neben ihm konnte nur verstört schmunzeln. John Kasich sagte, er sei wohl der einzige Erwachsene in der Runde.

Trotz der teils persönlich werdenden Debatten versicherten alle verbliebenen republikanischen Rivalen, sich im Falle einer Nominierung Trumps hinter ihm zu versammeln. Rubio sagte, er fühle sich seiner Partei verpflichtet. Deshalb werde er jeden Republikaner unterstützen. Cruz äußerte sich ähnlich: Er bevorzuge Trump vor den beiden demokratischen Bewerbern Hillary Clinton und Bernie Sanders. John Kasich zögerte mit seiner Antwort. Letztlich sagte er, Trump mache es ihm "manchmal ein bisschen schwer". Er würde dem Rivalen aber seine Stimme geben.

Auch Trump musste auf die Frage antworten, ob er einen anderen Kandidaten unterstützen würde. Nach kurzem Zögern sagte er, er würde sich hinter jeden republikanischen Nominierten stellen.