Anhänger von Donald Trump nachdem sie erfahren haben, dass der republikanische Kandidat wegen Krawalle nicht auftreten wird. © Chris Sweda/dpa

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat vor "Ausschreitungen" gewarnt, wenn seine Partei ihn auf dem Parteitag im Juli nicht zum Kandidaten nominiert. "Ich denke, wir werden gewinnen, bevor wir den Parteitag erreichen", sagte Trump dem Nachrichtensender CNN.

"Wir liegen weit vor allen anderen", sagte der populistische Präsidentschaftsbewerber. Für den Fall, dass die Führung der Republikaner ihm die Kandidatur auf einem umkämpften Parteitag verweigern würde, warnte er: "Ich denke, es würde Ausschreitungen geben. Ich repräsentiere eine enorme Zahl, viele, viele Millionen von Leuten."

Nach Trumps Siegen bei den jüngsten US-Vorwahlen setzen einige Gegner des Milliardärs auf eine Kampfabstimmung beim Parteitag der Republikaner im Sommer, um eine Nominierung des streitbaren Kandidaten in letzter Minute zu verhindern. Dies wäre möglich, wenn Trump nicht die 1.237 Delegiertenstimmen gewinnt, die ihm automatisch den Sieg sichern würden. Dann käme es bei dem Treffen im Juli zu internen Wahlgängen, aus denen jeder Kandidat als Sieger hervorgehen könnte.

US-Vorwahlen - Clinton und Trump gewinnen Hillary Clinton gewann nach Hochrechnungen die Abstimmung in vier von fünf Bundesstaaten, Donald Trump in dreien. In Missouri wird ist es bei beiden Abstimmungen noch eng.

Mit mindestens 621 Delegierten hat der Milliardär bereits mehr als die Hälfte der für die Nominierung benötigten Stimmen gesammelt und liegt klar vor der Konkurrenz. Das republikanische Establishment lehnt Trump allerdings ab und könnte versuchen, auf einem umkämpften Parteitag gegen den Willen der Basis einen anderen Kandidaten durchzudrücken.

Eine derartige contested convention hat es seit Jahrzehnten in den USA nicht gegeben. Für den Kandidaten John Kasich, den letzten verbliebenen Hoffnungsträger des gemäßigten Establishments, wäre das eine große Chance. Auf dem Papier liegt er zwar immer noch weit hinter Trump. Doch solange er bis zum Ende des Vorwahlmarathons am 7. Juni im Rennen bleibt, könnte er in einer Kampfabstimmung zur Gefahr für Trump werden.

Gewalt bei Wahlkampfveranstaltungen

Bei Wahlkampfveranstaltungen von Trump war es in den vergangenen Wochen mehrfach zu Gewalt gekommen. Bei einer Kundgebung in Chicago kam es zu Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers. In die Veranstaltungsarena auf dem Campus der University of Illinois waren mehrere Tausend Menschen gekommen, die gegen Trumps Auftritt protestierten. Daraufhin sagten die Organisatoren die Kundgebung kurzfristig wegen Sicherheitsbedenken ab.

Trump hatte die Krawalle runtergespielt. Er sagte dem Sender CNN, es gebe keine Gewalt, niemand sei verletzt worden. Außerdem entziehe er sich jeder Verantwortung für die Geschehnisse.

US-Wahl - Rangeleien bei Trumps Wahlkampfauftritten Die Stimmung im US-Präsidentschaftswahlkampf wird aggressiver. Anhänger und Gegner des Milliardärs Donald Trump lieferten sich wieder heftige Wortgefechte und Handgreiflichkeiten.

Grob sieht der Ablauf bei den Republikanern nach dem Regelwerk von 2012 so aus, dass sich die Delegierten beim ersten Wahlgang an die Ergebnisse der Vorwahl in ihrem Bundesstaat halten müssen. Sollte Trump hier die nötige Stimmenzahl erhalten, wird er Kandidat. Ist dies allerdings nicht der Fall, werden viele der Delegierten, je Bundesstaat, von ihrer Pflicht entbunden. Sie könnten dann bei den weiteren Wahlgängen für einen beliebigen Kandidaten stimmen.