Der Milliardär und republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump © Aaron Bernstein/Reuters

Mit einem deutlichen Sieg im US-Bundestaat Florida hat Präsidentschaftsbewerber Donald Trump auf einen Schlag 99 Delegierte gewonnen und seinen Rivalen Marco Rubio zur Aufgabe gezwungen. Der 69-Jährige lag auch in den Staaten Illinois, Missouri und North Carolina teils knapp in Führung, unterlag dagegen in Ohio dem dort beheimateten Gouverneur John Kasich. Bei den Demokraten dominierte Spitzenreiterin Hillary Clinton.

Unter Buhrufen gratulierte ein sichtlich bewegter Rubio am Wahlabend in Miami seinem Rivalen Trump, den er im Wahlkampf politisch und teils auch persönlich angegriffen hatte. Der 44-Jährige bedauerte das derzeitige politische Klima, in dem sich die Bewerber aufgrund von unterschiedlichen politischen Ansichten "im wahrsten Sinne des Wortes gegenseitig hassen", wie er sagte.

US-Vorwahlen - Clinton und Trump gewinnen Hillary Clinton gewann nach Hochrechnungen die Abstimmung in vier von fünf Bundesstaaten, Donald Trump in dreien. In Missouri wird ist es bei beiden Abstimmungen noch eng.

Rubio wurde als moderatere Alternative der Republikaner zu Trump und Ted Cruz angesehen. Dennoch konnte er nur drei von knapp 30 Vorwahlen für sich entscheiden. Ein Erfolg in Florida wurde für ihn als Pflichtsieg angesehen, um einen Verbleib im Rennen um die Parteinominierung zu rechtfertigen.

Nach dem Ausscheiden des Lieblings des Partei-Establishments ist Kasich der letzte moderate Bewerber bei den Republikanern. Im Wahlkampf versucht er, sich als Kandidat mit einer positiven Botschaft zu positionieren und sich von der oft rüden Rhetorik seiner Rivalen zu distanzieren. Ohne einen Sieg in seinem Heimatstaat wäre ein Verbleib des 63-Jährigen im Kampf um die republikanische Nominierung allerdings ebenfalls fraglich gewesen. Der Erfolg in Ohio war für Kasich der erste Vorwahlsieg überhaupt.

Trump sicherte sich durch seinen Erfolg in Florida auf einen Schlag 99 zusätzliche Delegierte. In dem US-Staat fallen alle Wahlmänner und Wahlfrauen nach dem Prinzip "Winner takes all" dem Sieger zu. Das gleiche Prinzip galt in Ohio, wo Kasich somit alle 66 Delegierten hinter sich vereinen konnte.

Clinton: "Ein Schritt näher"

Kasichs Ohio-Sieg war deshalb für die republikanische Konkurrenz von Trump wichtig, um dem Spitzenreiter ein wenig Wind aus den Segeln zu nehmen. Der Milliardär führt hinsichtlich der Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag im Juli zwar weiterhin deutlich, hat aber weniger als 50 Prozent der bislang vergebenen Stimmen gewonnen. Sollte er das Tempo nicht anziehen können, würde er die für die Nominierung notwendige Mehrheit von 1.237 Delegierten verfehlen. Der Ausgang des Parteitags wäre dadurch völlig unvorhersehbar.

Trump liegt nach seinem Sieg in Florida bei mittlerweile 568 Delegierten. Sein ärgster Verfolger Ted Cruz hat bislang 370 Wahlmänner und Wahlfrauen gewinnen können, Rubio 163. Kasich hat die Zahl seiner Delegierten durch Ohio auf 129 mehr als verdoppelt.

Die frühere First Lady und Ex-Außenministerin Clinton siegte klar in Florida, Ohio und North Carolina. Der vierte Sieg gelang ihr laut Berichten mehrerer Fernsehsender in Illinois. Zu diesem Zeitpunkt hatte Clinton insgesamt mindestens 1.410 Delegierte und Superdelegierte auf ihrer Seite, Sanders mit mindestens 653 nicht einmal die Hälfte davon. Für die Parteinominierung der Demokraten sind 2.383 Delegiertenstimmen nötig.

Clinton erklärte vor ihren Anhängern in Florida, die Vorwahlsiege in den drei Staaten hätten einen weiteren Super-Dienstag markiert. Einem Einzug ins Weiße Haus sei sie einen weiteren Schritt nähergekommen. Ein US-Präsident müsse bereit sein, unmittelbar nach dem Amtsantritt damit zu "beginnen, Entscheidungen zu treffen", sagte Clinton weiter. Es handele sich um einen Job, der sich auf jede Person auf dem Planeten auswirke. Jeder Präsident müsse daher das Land sicher halten, "positive Veränderungen" für die Menschen bewirken und das Land einen.

Bei der fünften Vorwahl in Missouri zeichnete sich nach Auszählung von 98,8 Prozent der Wahlbezirke sowohl bei den Republikanern als auch bei den Demokraten ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Donald Trump und Ted Cruz lagen ebenso wie Hillary Clinton und Bernie Sanders weniger als einen halben Prozentpunkt auseinander. Das bedeutet, dass die Verlierer eine Wiederauszählung beantragen könnten.