Die vom Westen unterstützte syrische Opposition wird an den Friedensgesprächen mit dem Regime teilnehmen. Das teilten die unter dem Namen Hohes Verhandlungskomitee gebündelten Gruppen in einer Erklärung mit. Die Oppositionsgruppe will auf eine Übergangsregierung mit vollen Befugnissen dringen, in der Präsident Baschar al-Assad keine Rolle spielen soll. Zudem besteht sie darauf, Syrien als Einheit zu erhalten und den Sicherheitsapparat neu zu strukturieren.

Kommenden Montag sollen die Gespräche zur Beendigung des Syrienkriegs in Genf fortgesetzt werden. Ziel ist unter anderem, dass die Syrer in spätestens anderthalb Jahren unter UN-Aufsicht einen Präsidenten und ein neues Parlament wählen sollen. Die Wahlen stünden auf der Tagesordnung der Friedensverhandlungen in Genf, sagte der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti. Er hoffe, dass während der Gespräche Fortschritte in Richtung einer "neuen, alle Kräfte einbeziehenden Regierung" erzielt würden, sagte de Mistura.

Die Vereinten Nationen haben die Gespräche zwischen der Opposition und der Regierung in Damaskus vermittelt. Eine erste Runde war am 3. Februar gescheitert, nachdem die Regierungstruppen und ihre russischen Verbündeten eine Großoffensive auf die nördliche Großstadt Aleppo gestartet hatten. Seitdem wurde auf Vermittlung Russlands und der USA eine Waffenruhe vereinbart, die trotz etlicher Verstöße in einigen Teilen des Landes von der syrischen Regierung und 97 Rebellengruppen weitgehend eingehalten wird. Ausgenommen von der Vereinbarung sind Einsätze gegen den IS und die islamistische al-Nusra-Front.

Die neuen Verhandlungen sollen bis zum 24. März dauern, danach ist eine Pause von einer Woche bis zu zehn Tagen geplant. Anschließend sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden.

Russland fordert Teilnahme der Kurden an Friedensgesprächen

Die letzten Parlamentswahlen in Syrien fanden 2012 statt. Zwei Jahre später sicherte sich Assad eine dritte Amtszeit. Die von der Opposition boykottierte Präsidentschaftswahl vom Juni 2014 wurde damals international als Farce kritisiert. Am Streit über die Zukunft Assads, den Russland und der Iran weiter unterstützen, sind bislang alle Friedensbemühungen gescheitert.

Im Vorfeld des erneuten Anlaufs forderte die russische Regierung erneut eine Beteiligung der syrischen Kurden an den Gesprächen. Verhandlungen unter Ausschluss dieser Gruppe "wären ein Zeichen der Schwäche der internationalen Gemeinschaft", sagte Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Syrien sind Verbündete Russlands und der USA im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS). Die Türkei betrachtet sie hingegen als Terrororganisation.

Der Aufstand in Syrien hatte im März 2011 mit Demonstrationen gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad begonnen. Nachdem die Regierung die Proteste mit Gewalt niederschlagen ließ, verwandelte sich der Konflikt nach und nach in einen Bürgerkrieg. Die Vereinten Nationen sprechen bislang von mindestens 250.000 Toten.