Im Konflikt um die Kaukasus-Region Berg-Karabach ist eine Waffenruhe vereinbart worden. "Wir haben eine Vereinbarung für eine Feuerpause erreicht", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berg-Karabach. "Es wurde Befehl erteilt, die Gefechte zu beenden."

Die Regierung in Aserbaidschan bestätigte die Angaben. Um 12 Uhr Ortszeit seien die Kampfhandlungen eingestellt worden.

Berg-Karabach hatte unmittelbar davor der aserbaidschanischen Armee noch vorgeworfen, die Angriffe zu intensivieren. Jeden Tag setzten die Truppen größere Artillerie-Kaliber ein, hieß es in einer Stellungnahme der bewaffneten Kräfte Berg-Karabachs.

An der Grenze der Kaukasus-Region waren in den vergangenen Tagen Kämpfe aufgeflammt, in deren Verlauf 64 Menschen getötet wurden. Der seit Langem schwelende Konflikt zwischen Aserbaidschan und der abtrünnigen Region Berg-Karabach, die von Armenien unterstützt wird, war am Freitagabend eskaliert.

Am Dienstag berät die sogenannte Minsk-Gruppe in Wien, die sich für eine Lösung des Konflikts um die mehrheitlich armenische Region einsetzt. Ihr gehören Russland, die USA, Frankreich sowie die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) an. Trotz aller Vermittlungsbemühungen haben Armenien und Aserbaidschan seit dem Abschluss eines Waffenstillstands 1994 keinen Friedensvertrag geschlossen.