Der Kandidat der rechtspopulistischen FPÖ, Norbert Hofer, hat bei seinem Sieg in der ersten Runde der österreichischen Präsidentschaftswahlen vor allem junge, männliche Wähler mit einem geringen Bildungsabschluss hinter sich versammeln können. Das zeigen Befragungen des Sora-Instituts und des Meinungsforschungsinstituts Hayek im Auftrag des ORF und des Fernsehsenders ATV. Demnach stimmten 43 Prozent der Wähler mit Pflichtschulabschluss und 51 Prozent der Wähler, die sich in einer Lehre befinden, für den 45-jährigen früheren Flugtechniker. In der Gruppe der Arbeiter stimmten 72 Prozent für Hofer, bei den Angestellten waren es 37 Prozent und den Pensionären 34 Prozent.

Am Sonntag hatte Hofer die erste Runde der Bundespräsidentenwahl mit großem Abstand für sich entschieden und tritt nun in einer Stichwahl gegen den Grünen Alexander Van der Bellen an. Die beiden Volksparteien sind weit abgeschlagen, erstmals seit Ende des Zweiten Weltkrieges wird damit kein Kandidat von ÖVP und SPÖ an der Spitze des Staates stehen.

Bei einer Wahlbeteiligung von knapp 70 Prozent konnte FPÖ-Mann Hofer vor allem "die Unzufriedenen hinter sich versammeln", sagte der Politologe Peter Filzmaier. Gerichtet sei deren Unmut vor allem gegen die Asylpolitik der rot-schwarzen Bundesregierung, die vielen offenbar noch nicht restriktiv genug ist. Hofer jedenfalls nannte das Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei im Wahlkampf stets fatal.

Auffallend ist in den Umfragen zudem die große Zustimmung, die der FPÖ-Kandidat bei Männern findet. 45 Prozent von ihnen stimmten für ihn, in der Altersgruppe der Männer bis 29 Jahren waren 51 Prozent. Der Anteil der Frauen, die dem Rechtspopulisten ihre Stimmen gegeben haben, liegt in der Gesamtgruppe dagegen bei 27 Prozent.

Ausschlaggebend für ihre Wahlentscheidung war für viele Bürger auch das Alter von Norbert Hofer. Spontan nach ihren Wahlmotiven befragt, nannten 30 Prozent von ihnen den FPÖ-Mann "jung, dynamisch" und überraschten damit viele Beobachter, die es lange eher als Nachteil gesehen hatten, dass er der jüngste Kandidat ist. Wer dagegen einem der Kandidaten der Regierungsparteien seine Stimme gegeben hat, tat das, weil er Stammwähler der Partei ist.