Immobilienmilliardär Donald Trump hat bei den US-Vorwahlen der Republikaner in fünf Staaten an der Ostküste gewonnen. Er siegte in Connecticut, Delaware, Maryland, Pennsylvania und Rhode Island. Bei den Demokraten gewann Favoritin Hillary Clinton in Pennsylvania, Connecticut, Maryland und Delaware, während ihr Konkurrent Bernie Sanders die Mehrheit der Delegiertenstimmen in Rhode Island erreichte.

Mit seinen fünf Siegen ist Trump der Präsidentschaftskandidatur ein weiteres Stück näher gekommen. Für eine absolute Mehrheit der Delegiertenstimmen vor dem Nominierungsparteitag im Juli reichen die Ergebnisse allerdings noch nicht. Dafür waren nicht genügend Delegierte zu vergeben. Trump gab sich vor seinen Anhängern am Abend dennoch triumphierend: Er gehe nun mehr als jemals zuvor davon aus, die Nominierung als Präsidentschaftskandidat zu erreichen, sagte Trump. Aus seiner Sicht sei der Vorwahlkampf vorbei – seine Mitbewerber Ted Cruz und John Kasich sollten aufgeben.

Über Hillary Clinton sagte Trump: "Ich nenne sie betrügerische Hillary." Sollte er zum Präsidenten gewählt werden, werde er mehr für Frauen tun als Clinton. Zudem forderte Trump deren innerparteilichen Gegner Bernie Sanders auf, als unabhängiger Kandidat anzutreten. "Ich denke, er würde sich großartig schlagen", sagte Trump.

Trotz des deutlichen Ergebnisses für Trump werden erst die Vorwahlen der nächsten Wochen darüber entscheiden, ob er im Vorfeld des Parteitags die nötige Mehrheit zusammenbringt. Sollten es Trumps parteiinterne Rivalen Ted Cruz und John Kasich schaffen, ihn noch am Erreichen der absoluten Mehrheit zu hindern, würde es beim Parteitag aller Voraussicht nach zu einer Kampfabstimmung kommen.

Für die frühere Außenministerin Hillary Clinton waren die heutigen Siege ebenfalls wichtig. Die bevölkerungsreichen Staaten Maryland und Pennsylvania waren in dieser Wahlrunde besonders entscheidend, da dort eine hohe Zahl von Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag zu vergeben war.

In ihrer Siegesrede in Philadelphia richtete Clinton den Blick auf die Wahl im November. "Wir werden unsere Partei vereinen, um diese Wahl zu gewinnen, und ein Amerika aufbauen, in dem wir alle gemeinsam aufsteigen können."

Bernie Sanders machte am Dienstag Wahlkampf in West Virginia, wo er sich bei einer Kundgebung vor mehreren Tausend Zuhörern zuversichtlich gab. Er werde weiterkämpfen, erklärte der Bewerber. Sein Berater Tad Devine hatte zuvor allerdings angekündigt, dass nach den Vorwahlen vom Dienstag über das weitere Vorgehen entschieden werde.