Durch zwei Attentate in Balad, 80 Kilometer nördlich der irakischen Hauptstadt Bagdad, sind mindestens 19 Menschen gestorben. Bei einer Schießerei kamen am Morgen mindestens 13 Menschen ums Leben. Nach Polizeiangaben eröffneten drei Männer mit Maschinengewehren das Feuer auf junge Menschen vor einem Café. Bei dem Angriff wurden weitere 25 verletzt, ein Teil von ihnen schwer. 

Als an dem Café die Polizei eintraf, sprengten sich zwei Selbstmordattentäter in die Luft. Dabei starben neben den Attentätern vier Menschen – zwei Polizisten und zwei Angehörige einer aufseiten der Regierung kämpfenden schiitischen Miliz. Die Polizei vermutet, dass die Selbstmordattentäter zu den Angreifern des Cafés gehörten.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannte sich in einer Internet-Botschaft zu der Tat. Demnach galt der Angriff schiitischen Milizionären in der Stadt. Die sunnitischen Dschihadisten betrachten die Angehörigen der islamischen Konfession als Abtrünnige. 

Am Mittwoch waren in Bagdad bei einer der folgenreichsten Anschlagserien seit Jahren mehr als 90 Menschen ums Leben gekommen. Bisher hatte sich der IS regelmäßig zu Anschlägen im Irak bekannt. Die Dschihadisten sind zwar durch Offensiven der irakischen Armee und der mit ihr verbündeten US-geführten Militärkoalition unter Druck geraten. Der IS kontrolliert aber immer noch große Teile im Westen und Norden des Landes.