Die Ölindustrie in Nigeria wird zunehmend von militanten Aktivisten bedroht. Am Samstag sprengte die neu formierte Gruppe Niger Delta Avengers wichtige Gas- und Erdölpipelines der Unternehmen Shell und Agip in die Luft, bestätigten Mitglieder und Anwohner.

Die Aktivisten setzten internationalen und heimischen Ölgesellschaften sowie dem nigerianischen Militär zudem bis zum 31. Mai ein Ultimatum, das ölreiche Nigerdelta im Süden des Landes zu verlassen. Ansonsten werde etwas passieren, das "die ganze Welt schockieren" werde, hieß es in einer Botschaft der Gruppe.

Erst im der vergangenen Woche hatte es in der Region drei Attacken auf Werke des US-Ölriesen Chevron gegeben. Viele Unternehmen haben bereits Mitarbeiter in Sicherheit gebracht. Schon vor der jüngsten Angriffen auf die Ölindustrie war die Produktion auf einen Tag hochgerechnet von 2,2 Millionen Barrel pro Tag auf 1,4 Millionen gefallen.

Führer örtlicher Gemeinden sowie friedliche Aktivisten haben sich hinter die Niger Delta Avengers gestellt. Die Anwohner unterstützten deren Forderung nach größerer Teilhabe am Ölreichtum des Landes. Die Ölverschmutzung in der Gegend hat zudem die Existenzgrundlage Hunderttausender Farmer und Fischer zerstört.