In der Auseinandersetzung um umstrittene Geschäftspraktiken in einer von Donald Trump betriebenen Bildungseinrichtung hat die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton schwere Vorwürfe erhoben. Sie nannte ihren voraussichtlichen republikanischen Rivalen ums Weiße Haus einen Betrüger. Trump versuche, die Amerikaner so zu beschwindeln, wie er es mit Studenten an seiner Trump University getan habe, sagte Clinton bei einer Wahlkampfveranstaltung in Newark im US-Staat New Jersey.

Neue Gerichtsdokumente über das mittlerweile nicht mehr bestehende Geschäftsmodell sollen zeigen, dass Trumps Unternehmen mit zweifelhaften Anwerbemethoden, mangelhaft qualifizierten Ausbildern und falschen Versprechungen operiert habe. Angelehnt an diese Veröffentlichungen sagte Clinton, Trump habe dieses "betrügerische System" genutzt, um sich auf Kosten hart arbeitender US-Bürger zu bereichern. "Dies ist nur ein weiterer Beweis dafür, dass Donald Trump ein Betrüger ist", sagte Clinton.

Mit der Nominierung der Demokraten in unmittelbarer Reichweite hat sich der Fokus von Clinton von ihrem parteiinternen Gegner Bernie Sanders auf Trump verlagert. Sie versucht, ihn als unehrlichen Geschäftsmann darzustellen, der mehr an sein eigenes Vermögen denke als an die Zukunft seines Landes. 

USA - Trump greift Medien an Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat die US-Medien scharf kritisiert. Verärgert haben ihn Berichte über von ihm gesammelte Millionenspenden an Veteranenhilfsorganisationen.

Trump hatte die Trump University im Jahr 2004 gegründet und hielt daran einen Anteil von 93 Prozent. Die kommerzielle Einrichtung, die nicht offiziell als Hochschule anerkannt war und ihren Kunden angeblich vermitteln sollte, wie sie schnell im Immobiliengeschäft zu Geld kommen, machte vor sechs Jahren dicht. Ehemalige Studenten haben den Geschäftsmann verklagt. Ihm droht ein Prozess.

Der frühere Verkaufsleiter der Einrichtung, Ronald Schnackenberg, stützte in einer schriftlichen Erklärung die Vorwürfe der Ex-Studenten, dass sie von der Einrichtung betrogen worden seien. Die Trump University habe sich "ältere und ungebildete Menschen zur Beute gemacht, um sie von ihrem Geld zu trennen". Ihr einziges Ziel sei es gewesen, die Teilnahme an möglichst teuren Seminaren zu verkaufen. Schnackenberg erläuterte, dass er wegen der betrügerischen Praktiken im Jahr 2007 seinen Job aufgegeben habe.

Seminarkosten von bis zu 35.000 Dollar

Laut Aussage eines anderen früheren Angestellten, Jason Nicholas, soll eine der Betrugsmethoden darin bestanden haben, dass sich die Ausbilder fälschlich als "rechte Hand" Trumps beschrieben hätten. Dabei habe es sich um völlig unqualifizierte Trainer gehandelt. "Das war eine Fassade, eine völlige Lüge", erklärte Nicholas in seiner schriftlichen Aussage.

Die Seminare kosteten bis zu 35.000 Dollar. In von der US-Justiz veröffentlichten Instruktionen für die Anwerbung von Studenten hieß es: "Sagt ihnen, dass ihr eine Lösung für ihre Probleme habt und eine Art und Weise kennt, in der sie ihr Leben ändern können." Eine Sprecherin Trumps sagte, die neu veröffentlichten Dokumente stützten keineswegs die anhängigen Klagen, sondern bestätigten ganz im Gegenteil die "hohe Zufriedenheitsquote" der Programmteilnehmer.

Der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner attackierte den für den Fall zuständigen kalifornischen Bundesrichter Gonzalo Curiel. Dieser sei von Präsident Barack Obama ausgewählt worden und "total voreingenommen". Der Richter "hasst Trump", schrieb der Immobilienunternehmer im Internetdienst Twitter. Er bezichtigte Curiel auch, als "Mexikaner" etwas gegen ihn zu haben. Der Richter wurde im US-Bundesstaat Indiana geboren.