Die kolumbianische Regierung und die Farc-Rebellen haben sich nach jahrelangen Verhandlungen auf ein Waffenstillstandsabkommen geeinigt. Beide Seiten hätten sich auf einen "definitiven Waffenstillstand und eine Einstellung der beiderseitigen Feindseligkeiten" verständigt. Das teilten Vertreter der kolumbianischen Regierung und der Rebellen übereinstimmend in Havanna mit. 

Der Waffenstillstand gilt als Voraussetzung für einen Friedensvertrag, über den beide Seiten seit Ende 2012 verhandeln. Strittig war bis zuletzt, ob die Rebellen ihre Waffen abgeben müssen und wie die Sicherheit der Guerillakämpfer gewährleistet wird. Nach Angaben der UN soll das Abkommen am Donnerstag unterzeichnet werden.

Der Farc-Kommandant Carlos Lozada teilte über den Kurzbotschaftendienst Twitter mit: "Am Donnerstag, den 23. Juni, werden wir den letzten Tag des Krieges verkünden." Nach der Bekanntgabe bei einer offiziellen Zeremonie in Havanna wird über die noch ausstehenden Kapitel des Friedensdialogs weiter verhandelt.

Laut der Erklärung beider Seiten werden zu der Zeremonie der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos und der oberste Farc-Kommandant Timoleón Jiménez erwartet. Anwesend sein werden mit dem norwegischen Außenminister Børge Brende und dem kubanischen Präsident Raúl Castro die Vertreter der Vermittlerstaaten. Kolumbiens Präsident Santos hatte am Dienstag gesagt, seiner Meinung nach könnten die Friedensverhandlungen bis zum Nationalfeiertag am 20. Juli abgeschlossen werden.

Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) kämpfen seit einem halben Jahrhundert gegen den kolumbianischen Staat und Großgrundbesitzer. In dem gewalttätigen Konflikt zwischen linken Rebellen, Paramilitärs, Drogenmafia und Armee wurden mehr als 260.000 Menschen getötet. 6,6 Millionen weitere wurden vertrieben.

Seit November 2012 führen die Farc-Rebellen und die Regierung Friedensgespräche in der kubanischen Hauptstadt. Im vergangenen September verkündeten beide Seiten einen Durchbruch bei den Verhandlungen, mehrere Punkte waren aber weiter offen.