Die Terrormiliz "Islamischer Staat" ist nach Einschätzung des Politikchefs der Vereinten Nationen durch ihre jüngsten Niederlagen im Irak und Syrien nicht geschwächt worden. Untergeneralsekretär Jeffrey Feltman sagte im UN-Sicherheitsrat, die vom IS und seinen Verbündeten ausgehende Gefahr sei nach wie vor groß und wachse sogar noch.

Große Sorge bereite weiterhin der hohe Zustrom an Waffen und Munition in die von der Terrormiliz gehaltenen Gebiete. Die militärischen Rückschläge im Irak und Syrien könnten außerdem der Grund dafür sein, dass derzeit viele ausländische Kämpfer in ihre Heimatländer zurückkehren. Das sei möglicherweise der Beginn einer neuen Phase, in welcher der IS den Konflikt in andere Länder verlagert. Dies erhöhe die Gefahr "komplexer, mehrstufiger und internationaler Angriffe", so Feltman.

Feltman legte Generalsekretär Ban Ki Moon seinen Bericht über die IS-Aktivisten in den vergangenen vier Monaten vor. Erstmals seit Ausrufung des sogenannten Kalifats im Juni 2014 sei die Terrormiliz wegen internationaler Angriffe auf ihr Ölgeschäft unter finanziellem Druck. Die Gewinne seien um 30 bis 50 Prozent zurückgegangen. Mit dem Eintreiben von Steuern und Erpressung versuche der IS, die Verluste zu kompensieren. Einnahmen generiere der IS zudem mit dem Schmuggel von Antiquitäten nicht nur aus dem Irak und Syrien, sondern vermutlich auch Libyen und Jemen.