Mitarbeiter des jordanischen Geheimdienstes haben laut Medien systematisch Waffen gestohlen, die über das Land an syrische Rebellen geliefert werden sollen. Das berichten die New York Times und Al Jazeera. Die Waffen seien von der CIA und von Saudi-Arabien geliefert, gestohlen und auf dem Schwarzmarkt verkauft worden sein. 

Unter anderem seien Kalaschnikows, Granaten und Panzerfäuste gestohlen. Die Waffen seien mehrere Millionen Dollar wert gewesen. Auf dem Schwarzmarkt würden die Waffen von jordanischen Stämmen, kriminellen Gruppen und Händlern gekauft, welche die Gewehre und Granaten außerhalb des Landes weiter vertreiben. Laut New York Times seien mehrere dieser Waffen im vergangenen November abgefeuert worden. Damals starben bei einer Schießerei zwei US-Amerikaner.

Die Regierungen der USA und Saudi-Arabiens sollen seit Längerem über den systematischen Diebstahl informiert sein. "Der Diebstahl zeigt die chaotischen, ungeplanten Folgen von Programmen, mit denen Rebellen bewaffnet und ausgebildet werden", schreiben die Journalisten Mark Mazzetti und Ali Younes in der New York Times.

Mehrere US-amerikanische Regierungsmitarbeiter bestätigten den Medien, dass ein solches Programm in Jordanien existiere. Ihre Namen werden nicht genannt, da das Programm in den USA Verschlusssache und in Jordanien ein Staatsgeheimnis ist. Die Rebellen werden in Jordanien ausgebildet, da das Land nahe den syrischen Gebieten liege, in denen gekämpft wird.

Auch mit Waffen der deutschen Regierung wurde in den Kriegsgebieten Schwarzhandel betrieben. So hatten Journalisten des NDR und WDR im Januar berichtet, dass auf Märkten im Nordirak Waffen der Bundeswehr verkauft würden. Sie hätten so in den Städten Erbil und Suleimanija mehrere Gewehre des Typs G3 und eine Pistole des Typs P1 gefunden. Diese gehörten unter anderem desertierten Peschmerga, die ihre Waffen verkauften, um so ihre Flucht nach Europa zu finanzieren.

Die kurdische Regionalregierung schickt daraufhin einen Bericht an das deutsche Verteidigungsministerium. Von 28.000 Gewehren und Pistolen würden 81 fehlen, heißt es darin. Davon seien 17 verkauft worden. Die Linke kritisierte damals, dass der Bericht unzureichend sei. "Ich habe im Gegensatz zur Bundesregierung große Zweifel an der präzisen Erhebung der fehlenden Waffen", sagte Alexander Neu, der für die Partei im Verteidigungsausschuss sitzt.

Die Bundesregierung war auch von Deutschen Friedensforschungsinstituten für ihre Waffenlieferungen kritisiert worden. Die schreiben in ihrem Friedensgutachten 2016, die Regierung habe die Gefahr unterschätzt, dass Peschmerga die Waffen im Irak weitergeben. Dass Peschmerga bewaffnet würden, sei "nicht länger die Ausnahme in einer akuten Notlage", sie sei zur Regel geworden.