Die Schweizer haben mit großer Mehrheit die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens für jeden Einwohner abgelehnt. Bei der weltweit ersten Volksabstimmung zu einem solchen Vorschlag entschieden sich 78 Prozent der Teilnehmer nach Hochrechnungen des Instituts gfs.bern dagegen. 22 Prozent stimmten demnach dafür.

Die Initiatoren des Referendums sprachen dennoch von einem "sensationellen Erfolg". 22 Prozent Zustimmung seien "deutlich mehr, als wir erwartet hatten", sagte Daniel Häni, der Sprecher der Volksinitiative. "Das bedeutet, die Debatte geht weiter, auch international."

Ein wichtiger Grund für die Ablehnung durch die Eidgenossen seien Unklarheiten und Zweifel bei der Finanzierung des Grundeinkommens gewesen, sagte Claude Longchamp, der Leiter des Institus gfs.bern im Schweizer Fernsehen SRF. Denn die Initiative hatte keinen Betrag festgelegt, wie hoch das Grundeinkommen sein sollte. Sie empfahlen als Richtwert für Erwachsene 2.500 Schweizer Franken (2.254 Euro) und für Minderjährige 650 Franken (586 Euro).

Die Initiative hatte das Grundeinkommen damit gerechtfertigt, dass so Sozialleistungen abgeschafft werden würden und der Staat so mehrere Milliarden Franken einsparen würde. Die Schweizer Regierung sowie viele Parteien hatten den Bürgern empfohlen, gegen das Grundeinkommen zu stimmen. Dies sei zu teuer und würde die Schweizer Wirtschaft benachteiligen, argumentierten sie.

Große Mehrheit für Asylreform

Mit rund 66 Prozent haben die Schweizer den Hochrechnungen zufolge hingegen eine Gesetzesreform angenommen, mit der die Asylverfahren beschleunigt werden sollen. Darüber hinaus votierten 61 Prozent dafür, dass die Präimplantationsdiagnostik zugelassen werden muss.

Bei einer Initiative, mit der staatseigene Unternehmen wie die Post oder die Bahn verpflichtet werden sollen, Bürgerinteressen vor das Streben nach Profit zu stellen, zeichnet sich Trendrechnungen zufolge eine Ablehnung ab. Ebenso bei einem Vorschlag zur Neustrukturierung der Straßenbaufinanzierung.