Bei einem unangekündigten Besuch in Syrien hat der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Samstag auch den umstrittenen Präsidenten Baschar al-Assad zu Strategiegesprächen getroffen. Laut der amtlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana hatte der russische Präsident Wladimir Putin auf das Treffen gedrängt. Im Mittelpunkt der Gespräche standen demnach die "militärische Zusammenarbeit" sowie der gemeinsame Kampf gegen "terroristische Organisationen auf syrischem Boden".

Schoigu ist der ranghöchste Regierungsvertreter Russlands, der seit Beginn des Bürgerkriegs vor mehr als fünf Jahren nach Syrien reiste. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums besuchte er dabei auch die russische Luftwaffenbasis Hmeimim im Westen Syriens. Offiziell zieht Russland einen Teil seines Militärs aus Syrien ab, doch der Transport von Militärmaterial scheint das Gegenteil zu belegen.

Russland ist einer der engsten Verbündeten der syrischen Führung. Seit September unterstützt es Assads Truppen mit Luftangriffen. Diese zielen nach russischen Angaben allein auf "terroristische Gruppierungen" wie etwa die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS). Moderate syrische Rebellen und ihre Unterstützer aus dem Ausland werfen dagegen der russischen Luftwaffe vor, in erster Linie Kämpfer der moderaten Opposition anzugreifen, um der syrischen Armee zu helfen.

USA beklagen erneut russische Luftangriffe auf Rebellen

Am Samstag bekräftigte das US-Verteidigungsministerium in einer Videokonferenz mit der russischen Regierung seine "tiefe Sorge" über jüngste russische Luftangriffe auf Rebellen, die mit Unterstützung der USA gegen radikale Islamisten kämpfen. Die Rebellen der Neuen Syrischen Armee hätten sich im Süden Syriens mit irakischen Stammeskämpfern getroffen, um den Kampf gegen den IS in Syrien und dem Irak zu koordinieren, sagte ein Pentagon-Sprecher. Er forderte erneut einen besseren Informationsaustausch mit Moskau, um "Unglücke und Missverständnisse" zu verhindern.

Eine von Moskau und den USA vermittelte Waffenruhe, die am 27. Februar begann, hat dazu beigetragen, die Feindseligkeiten im Land zu reduzieren. Doch in vielen Teilen Syriens setzen sich heftige Kämpfe fort. Von der Feuerpause ausgenommen sind die Terrormiliz "Islamischer Staat" und der syrische Al-Kaida-Ableger Nusra-Front.