Ersten Auszählungen zufolge hat Hillary Clinton bei der Vorwahl in Puerto Rico mehr als 60 Prozent der Stimmen geholt. Damit machte die Ex-Außenministerin einen weiteren Schritt hin zur offiziellen Präsidentschaftskandidatur. Durch den Erfolg fehlen ihr nun weniger als 30 Delegiertenstimmen, um zur Nominierung auf dem Parteitag auf die notwendigen 2.383 Stimmen zu kommen.

In Puerto Rico wurden insgesamt 60 Delegiertenstimmen vergeben. Knapp 2,9 Millionen Wähler sind dort registriert, es wurde mit einer hohen Beteiligung gerechnet. Allerdings dürfen die Puerto Ricaner nur an den Vorwahlen teilnehmen, bei der Hauptwahl im November sind sie nicht stimmberechtigt.

Es wird erwartet, dass Clinton die letzten fehlenden Stimmen spätestens am Dienstag einsammelt – dem letzten großen Vorwahltag. Allerdings schließt Clintons derzeitige Delegiertenzahl mehr als 500 sogenannte Superdelegierte ein. Das sind Amtsinhaber und Mitglieder der Demokratischen Partei, die auf dem Parteitag unabhängig von den Vorwahlergebnissen mitstimmen können. Sie haben sich hinter Clinton gestellt, könnten ihre Meinung aber jederzeit ändern.

Vor diesem Hintergrund bekräftigte ihr Parteirivale Bernie Sanders am Wochenende, dass er den Kampf auch nach dem kommenden Dienstag fortsetzen werde. Die Entscheidung falle erst auf dem Parteitag, wenn alle Delegierten und Superdelegierten ihre Stimmen abgeben hätten, sagte der Senator in Los Angeles.

Sanders hofft weiter auf Kalifornien

Clinton kündigte in einem Interview des Senders CNN an, dass sie am kommenden Mittwoch damit beginnen werde, die Anhänger von Sanders für sich zu gewinnen und die Partei zu einen. "Ich erwarte, dass Senator Sanders das Gleiche tut", sagte Clinton. Es gelte nun, geeint in den Parteitag zu gehen und dann bei der Präsidentschaftswahl im November den voraussichtlichen republikanischen Spitzenkandidaten Donald Trump zu schlagen.

Sanders hofft, dass er Clinton eine Reihe von Superdelegierten abspenstig machen kann, wenn er bei der am Dienstag anstehenden Abstimmung in Kalifornien gewinnt, dem bevölkerungs- und damit delegiertenreichsten US-Vorwahlstaat überhaupt. Demokraten und Republikaner stimmen an diesem Tag nicht nur in Kalifornien, sondern auch in New Jersey, Montana, New Mexico und South Dakota über ihren Spitzenkandidaten ab, die Demokraten außerdem noch in North Dakota.

Es wird erwartet, dass Clinton bereits mit dem Ergebnis in New Jersey über die Marke von 2.383 Delegierten springt – drei Stunden vor Schließung der Wahllokale in Kalifornien. Bei den Republikanern geht Multimilliardär Donald Trump ohne Konkurrenz in die Vorwahlrunde.