Donald Trump liebt bekanntlich viele Dinge. Sich selbst, die USA, Macht – und natürlich auch die Waffenlobby. Keine Rede des republikanischen Präsidentschaftskandidaten vergeht, kein Tweet wird abgesetzt, ohne dass er seine Liebe zu dieser oder jenen Zielgruppe ausdrückt. Gleichermaßen regelmäßig schüttet er seinen Hass über Einwanderern, Muslimen und seiner Gegnerin Hillary Clinton aus.

Nachdem am Sonntag ein 29-jähriger Amerikaner in einem Nachtclub in Orlando 50 Menschen tötete und mehr als 50 teils schwer verletzte, hält sich Trump in seiner Bewertung nicht lange zurück. Es ist Wahlkampf. Und das schlimmste Schusswaffen-Attentat in der Geschichte Amerikas mag eine Tragödie sein. Aber es wird sowohl von Trump als auch von seiner demokratischen Konkurrentin Clinton politisch instrumentalisiert.

"Weil unsere Führungspersönlichkeiten schwach sind, habe ich vorausgesagt, dass so etwas passieren wird – und es wird nur noch schlimmer werden", heißt es in einem Statement Trumps auf seiner Facebook-Seite. Der republikanische Kandidat fokussiert sich auf den möglichen islamistischen Hintergrund der Tat. "Wenn wir nicht schnell stark und intelligent handeln, werden wir kein Land mehr haben."

Für Trump ist die Bedrohung durch islamistischen Terror und Einwanderer, die sich radikalisieren könnten, ein Hauptthema in seinem Wahlkampf. Das Attentat von Orlando ist in Trumps Logik Beweis dafür, dass er mit seiner strikten Haltung in Einwanderungsfragen und seiner angekündigten militärischen Härte gegen den "Islamischen Staat" (IS) richtig liegt.

Beim Tanzen eine Waffe tragen

Und natürlich hätte es geholfen, wenn im Pulse in Orlando Menschen bewaffnet getanzt hätten. Im Mai ist Trump auf der jährlichen Konferenz der National Rifle Association (NRA) aufgetreten. Kurz bevor er die Bühne betritt, hat ihm die Waffenlobby ihre Unterstützung im Rennen ums Weiße Haus zugesichert. "Das ist eine fantastische Ehre", sagte Trump. Seit vielen Jahren ist er Mitglied der NRA, so wie seine Söhne. Eine Waffe besitzt er natürlich auch. "Ich werde euch nicht hängen lassen", versprach Trump den Waffenfans und machte klar, dass die Anschläge in Paris im vergangenen Jahr ganz sicher anders verlaufen wären, wenn die Menschen in den Restaurants und im Bataclan selbst Waffen gehabt hätten, um zurückzuschießen.

Trumps Visionen für seine Präsidentschaft sind nicht nur die Verteidigung der Freiheiten für Waffenbesitzer sondern generell mehr Waffen: Anfang des Jahres sprach er bei einem Wahlkampfauftritt in Burlington davon, als Präsident waffenfreie Zonen, etwa in Schulen, abschaffen zu wollen. Es soll seine erste Amtshandlung sein: "Das wird an meinem ersten Tag unterschrieben, ok? An meinem ersten Tag gibt es keine waffenfreien Zonen mehr."

Eine solch strikte Haltung hatte Trump nicht immer. In der Vergangenheit hat Trump mehr Waffenkontrollen einst befürwortet. Und wie US-Medien berichten, sind mehrere von Trumps Hotels und Ressorts waffenfreie Zonen, darunter das Mar-a-Lago-Ressort in Palm Beach, Florida.