Deutsche Soldaten sind bei ihrem Blauhelm-Einsatz in Mali erstmals beschossen worden. Das berichten das Blog Augengeradeaus und Spiegel Online. Demnach sei der Angriff auf die Bundeswehr am Mittwoch bei Gao erfolgt. Die Deutschen schossen zurück und zogen sich zurück. Bei dem Zwischenfall wurde kein Deutscher verletzt. Ob Angreifer getötet oder verletzt wurden, ist nicht bekannt.

Wie Spiegel Online berichtet, hätten die Angreifer von Motorrädern aus einen Bundeswehrkonvoi  beschossen. Die Bundeswehr vermute die lokale Terrorgruppe Ansar Dine, schreibt das Onlineportal. Die Miliz hatte Angriffe nach dem Ende des Fastenmonats Ramadan angekündigt.

In Mali sind derzeit etwa 400 deutsche Soldaten im Rahmen der UN-Stabilisierungsmission Minusma stationiert. Sie werden hauptsächlich als Aufklärer eingesetzt. Für die offensiven Missionen setzen die Vereinten Nationen hauptsächlich die Franzosen ein.

Insbesondere im Norden des Landes sind die Einsätze gefährlich. Dort operieren mehrere Milizen und Terrororganisationen. Zuletzt hatten sich Angriffe auf UN-Truppen und Stützpunkte gehäuft.  Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen bezeichnete die Mission kürzlich als den gefährlichsten UN-Einsatz, den Deutschland zurzeit habe.

Ende Juni hatte der UN-Sicherheitsrat dafür gestimmt,  die Zahl der zu entsendenden Blauhelme von 11.240 auf insgesamt knapp 13.300 erhöhen und den Einsatz bis 2017 zu verlängern. Damit ist auch die vom Bundestag beschlossene Entsendung von 650 Bundeswehrsoldaten möglich.

In Mali waren Islamisten 2012 auf die Hauptstadt Bamako marschiert. Mithilfe französischer Truppen konnte die Regierung die Extremisten zurückschlagen. Der UN-Einsatz soll das Land nun stabilisieren.