Amerika zuerst und Veränderung sofort: Unter diese Überschrift will Donald Trump seine Präsidentschaft stellen, sollte er am 8. November tatsächlich zum nächsten US-Präsidenten gewählt werden. Der Unternehmer, der noch nie ein politisches Amt bekleidet hat, nahm zum Ende des viertägigen Konvents die Nominierung seiner republikanischen Partei an. "Amerikanismus, nicht Globalismus, wird unser Credo sein", rief er in seiner anschließenden Grundsatzrede den Delegierten in Cleveland entgegen.

In seiner Ansprache porträtierte Trump die USA als Land im Niedergang. Die Rede kreiste um Begriffe wie "Krise", "Bedrohung" und "Gewalt". Dem stellte der Rechtspopulist die Vision eines Landes entgegen, das aus der Rückbesinnung auf die eigenen Interessen neue Kraft schöpfe.

"Das amerikanische Volk kommt wieder zuerst", versprach er und bekräftigte damit sein Wahlkampfmotto America first. "Solange wir von Politikern geführt werden, die Amerika nicht an die erste Stelle setzen, können wir sicher sein, dass andere Länder uns nicht mit Respekt behandeln", sagte er. "Meine Botschaft lautet, dass sie die Dinge ändern müssen, und zwar genau jetzt", sagte Trump. "Es ist an der Zeit, der Welt zu zeigen, dass Amerika zurück ist, besser und stärker als jemals zuvor."

Den Schwerpunkt seiner Rede legte Trump auf die innere Sicherheit. Gefahr drohe den USA von Zuwanderern, Kriminellen und ausländischen Terroristen, sagte er und gab sich selbst als Garant für Sicherheit und Ordnung. "Ich habe eine Botschaft an euch alle: Die Kriminalität und die Gewalt, die unsere Nation heimsuchen, werden sehr bald beendet sein", sagte er und versprach den Menschen Arbeitsplätze, Wohlstand, Würde und Sicherheit, die es gleichwohl nur geben könne, "wenn law und order gelten". Mit Blick auf den letzten Tag des Amtsinhabers Barack Obama im Oval Office sagte Trump: "Vom 20. Januar 2017 an wird die Sicherheit wiederhergestellt sein".

"Tod, Zerstörung, Terrorismus und Schwäche"

Der umstrittene Politiker attackierte in dem Zusammenhang erneut illegale Einwanderer. 180.000 von ihnen mit einem kriminellen Hintergrund "streifen heute Abend frei herum und bedrohen friedfertige Bürger". Als Präsident werde er "sofort die Zuwanderung aus allen Staaten mit Verbindungen zum Terrorismus aussetzen", kündigte er an. "Wir wollen sie nicht in unserem Land." Seine frühere Forderung, generell allen Muslimen die Einreise zu verwehren, wiederholte Trump indes nicht, erneuerte aber seine umstrittene Forderung, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu errichten. "Wir werden die Banden und die Kriminalität stoppen, wir werden unterbinden, dass die Drogen in unsere Gemeinden kommen." In Reaktion auf Trumps Worte skandierten die Delegierten begeistert: "Bau die Mauer!"

Im außenpolitischen Teil seiner Rede kritisierte der politische Seiteneinsteiger die "Demütigung" seines Landes durch internationale Krisen wie in Syrien, im Irak und in Libyen. Seiner designierten Gegenkandidatin bei der Wahl im November, Hillary Clinton, gab Trump eine Mitschuld an der Entwicklung. Durch "ihre schlechten Instinkte und ihr schlechtes Urteilsvermögen" trage sie auch eine Mitschuld am Erstarken islamistischer Gewalt. "Die Probleme, denen wir uns jetzt gegenübersehen – Armut und Gewalt zu Hause und Krieg und Zerstörung im Ausland –, werden nur so lange anhalten, wie wir uns auf dieselben Politiker verlassen, die sie erst geschaffen haben", rief Trump. "Nach 15 Jahren der Kriege im Nahen Osten, nach Billionen ausgegebener Dollar und Tausender verlorener Menschenleben ist die Lage heute schlimmer als jemals zuvor. Das ist das Erbe von Hillary Clinton: Tod, Zerstörung, Terrorismus und Schwäche", sagte Trump unter "Sperrt-sie-ein"-Rufen der Delegierten.