Donald Trump hat seinen als antisemitisch kritisierten Tweet in einer Wahlkampfrede verteidigt. Er bedauere es, dass sein Team den Tweet gelöscht habe, sagte der voraussichtliche Kandidat der Republikaner bei einer Veranstaltung in Cincinnati. Er selbst hätte anders entschieden. "Es ist nur ein Stern", sagte Trump mehrmals.

Der Tweet zeigte ein Bild mit Hillary Clinton, 100-Dollar-Scheinen und einem Stern, der dem Davidstern sehr ähnelt. In dem Stern stand "Most Corrupt Candidate Ever!" – "Korrupteste Kandidatin aller Zeiten!".

Der Tweet hatte am Wochenende eine heftige Debatte ausgelöst. Kritiker werfen Trump vor, er würde damit antijüdische Vorurteile bedienen. Trump verteidigte sich zwar. Der Tweet wurde aber gelöscht.

Nun nahm er während des Wahlkampfauftrittes länger Stellung zu der Debatte. Einer seiner Wahlkampfhelfer habe ihm gesagt, er hätte den Stern nicht löschen sollen, erzählte Trump dem Publikum. Trump habe darauf geantwortet: "Ihr hättet es nicht löschen sollen. Ich hätte es verteidigt." Die Leute, die ihm Antisemitismus unterstellen würden, seien "krank".

Trumps öffentliches Bedauern darüber, dass der Tweet gelöscht wurde, dürfte die Debatte neu befeuern. Erst kurz vor dem Auftritt war Trumps Schwiegersohn, Jared Kushner, ein orthodoxer Jude, dem Milliardär in einem Gastbeitrag zur Seite gesprungen.  Kushner sagte, Trump sei sicher kein Antisemit. Der Tweet mit dem Stern sei etwas "leichtsinnig" gewesen und auf die Schnelligkeit von Trumps Team zurückzuführen.

In der aufbrausenden Rede beharrte Trump auch auf einen anderen provokativen Standpunkt. Am Dienstag hatte er auf einer Wahlkampfrede den irakischen Diktator Saddam Hussein gelobt. Auch das wiederholte er: Zwar sei Hussein ein böser Mensch gewesen und er hasse ihn, sagte Trump. "Aber er war verdammt gut darin, Terroristen zu töten", rief er der Menge zu.