Ein griechischer Fotograf beschuldigt den CSU-Politiker Peter Ramsauer, ihn bei einer Athenvisite angepöbelt zu haben: "Fass mich nicht an, du dreckiger Grieche", soll der Bundestagsabgeordnete gesagt haben. Das berichtet der Fotograf. Ex-Verkehrsminister Ramsauer bestätigt eine Rangelei mit dem Fotografen, bestreitet aber die Beleidigung. Die Vorwürfe gegen ihn seien "erstunken und erlogen", sagte Ramsauer am Samstag.

Der umstrittene Vorfall ereignete sich bereits am Donnerstag während des Athenbesuchs von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) im Büro des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras. Ramsauer, der den Wirtschaftsausschuss im Bundestag leitet, begleitete Vizekanzler Gabriel bei dessen zweitägiger Griechenlandreise.

Als Gabriel bei Tsipras auf dem Sofa sitzt, hatte sich Ramsauer im Hintergrund in den Pulk der Fotografen gemischt, um einen Blick auf den griechischen Ministerpräsidenten und den SPD-Chef zu erhaschen. Zwischen dem CSU-Politiker Ramsauer und einem griechischen Fotografen kommt es dabei zu einem Körperkontakt.

Ex-Verkehrsminister Ramsauer veröffentlichte am Freitagabend nach der Rückkehr aus Athen auf seiner Facebook-Seite eine Stellungnahme zu dem Vorfall. Darin versichert er, "dass ich von einem drängenden Fotografen mit einem kräftigen Rippenhaken gestoßen wurde". Die Vorwürfe weist er zurück. "Die Behauptung, ich hätte in Athen einen griechischen Fotografen gerempelt oder beleidigt, ist falsch", schreibt der CSU-Politiker. Er dementiere dies "in aller Form".


"Herrgott noch mal!"

Am Samstag bekräftigte der CSU-Politiker, der Fotograf habe ihm im Vorbeigehen mit dem rechten Ellenbogen einen Stoß versetzt: "Ich wurde an die Wand gedrückt", sagte Ramsauer. Daraufhin habe er den Mann, den er für einen Deutschen hielt, angeherrscht: "Herrgott noch mal! Gehen Sie so nicht mit mir um. Gehen Sie weg!" Der Fotograf habe erwidert, dass er ihn nicht verstehe. Deshalb habe er auf Englisch wiederholt: "I'm not used to be treated like that. Be off!"

Der Fotograf hingegen bestand auf seiner Version des Geschehens. Ramsauer habe die Beschimpfungen "sogar auf Englisch wiederholt", sagte der Fotograf am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Er sprach von einem "rassistischen Benehmen". Der Fotograf wollte nicht, dass sein Name genannt wird. Für ihn sei die Sache beendet. "Mehrere Leute, darunter auch Deutsche haben sich bei mir entschuldigt", sagte er. Nur Ramsauer habe das unterlassen.

In griechischen Medien wird der Zwischenfall mittlerweile breit diskutiert. Der Fotograf und Mitglieder der deutschen Delegation hatten den Zwischenfall der Botschaft gemeldet. Ramsauer zählt zu jenen Unionsabgeordneten, die die Griechenlandhilfspakete im Bundestag strikt abgelehnt hatten.