Das US-Justizministerium wird in der sogenannten E-Mail-Affäre der früheren Außenministerin Hillary Clinton keine Anklagen erheben. Sie akzeptiere eine entsprechende Empfehlung der Bundespolizei FBI, erklärte Justizministerin Loretta Lynch.

Das FBI hatte erklärt, es gebe keine klaren Hinweise dafür, dass Clinton oder ihre Mitarbeiter Gesetze hätten brechen wollen. Es sei allerdings möglich, dass Feinde der USA in Clintons persönliches E-Mail-Konto eingedrungen sein könnten.

Die voraussichtliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten geriet im laufenden Wahlkampf wegen der Nutzung ihres privaten E-Mail-Kontos während ihrer Zeit als Außenministerin zunehmend unter Druck. Insgesamt geht es um Zehntausende Mails. Clinton hatte  gesagt, sie habe nie vertraulich markiertes Material über die kritisierten Server abgewickelt. Die Untersuchung des FBI stellte das Gegenteil fest.

Ihr republikanischer Widersacher Donald Trump stellt die Affäre ins Zentrum seiner Angriffe auf die Demokratin. Auch die Justizministerin steht in der Kritik. Sie wird von den Republikanerin verdächtigt, als Demokratin nicht unabhängig zu sein.

Die Republikaner wollen zudem die Entscheidung von FBI und Lynch, keine Anklage erheben zu wollen, vom Kongress untersuchen lassen. Am Donnerstag soll FBI-Chef James Comey vor dem Kontrollausschuss des Repräsentantenhauses Stellung nehmen. Der ranghöchste Republikaner im Kongress, Paul Ryan, sagte, Clinton sei anscheinend vom FBI bevorzugt behandelt werden. Am 12. Juli soll dann Lynch vor dem Justizausschuss der Kammer zum selben Thema Rede und Antwort stehen.