Deutschland will dem Irak zum Wiederaufbau und zum Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bis Ende 2017 zusätzlich 160 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Dies kündigte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Mittwoch vor der Abreise zu einer Geberkonferenz in den USA an. Bei dem Treffen in Washington will die internationale Gemeinschaft insgesamt mehr als zwei Milliarden Dollar für die Menschen im Irak sammeln.

Das Geld soll unter anderem für humanitäre Hilfe und die Minenräumung in Städten und Gegenden ausgegeben werden, die einst vom IS besetzt waren. Steinmeier sagte: "Der militärische Erfolg wird nur von Dauer sein, wenn die irakische Regierung das Vertrauen der Bevölkerung in den befreiten Gebieten hat."

Von dem deutschen Geld sollen zehn Millionen Euro in die Stadt Mossul fließen, die derzeit noch vom IS gehalten wird. Insgesamt summiert sich die deutsche Hilfe nun auf knapp eine halbe Milliarde Euro. Hinzu kommt ein ungebundener Kredit von nochmals 500 Millionen Euro.

Die Geberkonferenz war von den USA, Deutschland, Kanada, den Niederlanden, Japan und Kuwait initiiert worden. Ihr folgt am Donnerstag ein Treffen der Außenminister von Ländern der Anti-IS-Koalition, an dem neben Gastgeber John Kerry auch der neue britische Außenminister Boris Johnson teilnehmen wird.