Russische Kampfjets haben in Syrien am 16. Juni einen von Spezialeinheiten Großbritanniens und der USA genutzten geheimen Stützpunkt angegriffen. Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf US-Regierungsvertreter berichtete, hatten britische Spezialkräfte den Posten in der Gegend von At-Tanf an der jordanischen Grenze 24 Stunden zuvor verlassen. Russland soll Streubomben eingesetzt haben.

Vertreter des US-amerikanischen Zentralkommandos in Katar hätten nach dem Angriff das russische Hauptquartier in Latakia darüber informiert, dass der Standort Teil der US-Offensive gegen den Islamischen Staat (IS) sei. Etwa 90 Minuten nach dieser Warnung habe es eine zweite Angriffswelle der russischen Jets gegeben, hieß es weiter.

Am 12. Juli griff das Militär zudem ein Lager an, in dem sich syrische Rebellen aufhielten, die von den USA unterstützt würden. Dies hatte das Pentagon bereits bestätigt.

Russland wolle mit solchen Angriffen erreichen, dass die USA sich bei ihren Militäreinsätzen in Syrien besser mit Moskau abstimmen, heißt es in dem Bericht weiter.

Darüber gebe es in Washington eine Debatte zwischen den verschiedenen Ressorts: Während das Verteidigungsministerium und die CIA-Führung für eine harte Linie plädierten, hätten sich das Außenministerium und das Weiße Haus für die Suche nach einem Kompromiss entschieden.

Bei einem Treffen zwischen US-Außenminister John Kerry und seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow sei in der vergangenen Woche vereinbart worden, dass die USA und Russland die Zusammenarbeit verstärken wollen. Russland soll Angriffe auf syrische Aufständische unterlassen, die von den USA unterstützt werden. Washington wolle sich im Gegenzug dafür einsetzen, internationale Sanktionen gegen Russland zu lockern.

Schon im Oktober 2015 waren von den USA unterstützte Rebellen Opfer eines russischen Luftangriffs geworden. Russland hatte damals gesagt, das Militär wähle die Ziele gemeinsam mit der syrischen Regierung aus. Zugleich hatten die Außenminister der USA und Russlands angekündigt, Militärexperten beider Länder würden sich enger absprechen.