Die Waffenruhe im Osten der Ukraine ist brüchig, fast täglich gibt es wieder Berichte über Kämpfe. Nach Angaben des ukrainischen Präsidialamtssprechers Alexander Motusjanik in Kiew wurden am Wochenende bei einem Einsatz der Armee gegen Separatisten mindestens sechs Soldaten getötet. 13 Armeeangehörige seien zudem bei Gefechten verletzt worden.

Im Juli wurden demnach bereits 180 Soldaten des ukrainischen Militärs in der Ostukraine getötet oder verletzt. Das ist der bisher höchste Stand für das laufende Jahr. Für das gesamte Jahr gibt die ukrainische Regierung an, dass auf Seiten der Armee 130 Menschen getötet und 560 verletzt wurden.

Eigentlich gilt eine Waffenpause zwischen der Ukraine und den prorussischen Separatisten. Ausgehandelt wurde sie unter Vermittlung von Deutschland, Frankreich und der OSZE. Die Konfliktparteien werfen sich allerdings gegenseitig vor, sich nicht an die Abmachungen zu halten. Die von den Separatisten gegründete Volksrepublik Donezk teilte über die russische Agentur Tass mit, die ukrainische Armee hätte sie innerhalb von 24 Stunden 600 Mal beschossen. Beiden Seiten sprachen auch vom Einsatz schwerer Waffen, die nach Inkrafttreten der Waffenruhe eigentlich abgezogen sein sollten.

Der Konflikt zwischen der ukrainischen Regierung und prorussischen Separatisten brach im April 2014 nach dem politischen Umsturz in der Ukraine aus. Wegen des andauernden Konflikts starben mehr als 9.400 Menschen.

Die Separatisten kämpfen für Eigenständigkeit. Die russische Regierung unterstützt die Bestrebungen der Separatisten. Russland wird aus dem Westen immer wieder vorgeworfen auch Waffen und Munition an die Separatisten zu liefern. Die Europäische Union (EU) hatte deshalb Wirtschaftssanktionen gegen Russland beschlossen.