Einer der wichtigsten Anführer des "Islamischen Staates" (IS) ist nach Angaben der Terrormiliz in Nordsyrien getötet worden. IS-Sprecher Abu Mohammed al-Adnani sei in Aleppo als "Märtyrer" gestorben, als er Militäroperationen inspiziert habe, teilte die Propagandaeinheit des IS, Amak, mit. Die Echtheit der Meldung ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Sie wurde aber über die üblichen IS-Kanäle verbreitet.

Al-Adnani gehörte zu den berüchtigtsten IS-Anführern. Er galt als Statthalter der Terrormiliz in Syrien.

Bekannt wurde Al-Adnani durch Audiobotschaften im Internet, in denen er den Gegnern der Terrormiliz mit Angriffen drohte. Im Sommer 2014 hatte er in einer Aufnahme das "Kalifat" des "Islamischen Staates" ausgerufen und den IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi zum "Kalifen" erklärt. Im vergangenen Mai rief er die Anhänger des IS zu Anschlägen im Westen während des Fastenmonats Ramadan auf. "Macht diesen Monat mit Gottes Willen zu einem Monat der Leiden für die Ungläubigen überall", forderte Al-Adnani in einer über das Internet verbreiteten Audiobotschaft. 

Über Al-Adnanis Alter gibt es unterschiedliche Angaben. Er soll Ende der 1970er Jahre in Syrien geboren worden sein. Die USA hatten ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt.

Der IS hat in den vergangenen Monaten bereits mehrere Anführer verloren. Im März wurde IS-Vize und Finanzchef Abdul Rahman Mustafa al-Kaduli bei einer US-Militäroperation getötet. Im Juli war der als Kriegsminister bekannte Tarkan Batiraschwili rund 120 Kilometer südlich der nordirakischen Stadt Mossul getötet worden.