Die Türkei hat formell die Auslieferung des Predigers Fethullah Gülen beantragt. Dabei gehe es allerdings nicht um Vorfälle, die mit dem gescheiterten Putsch im Juli in Zusammenhang stünden, teilte ein Sprecher des US-Außenministeriums mit.

Die Regierung in Ankara wirft dem im Bundesstaat Pennsylvania lebenden Gülen vor, hinter dem fehlgeschlagenen Putschversuch zu stecken. Der Geistliche hat die Vorwürfe zurückgewiesen und den Staatsstreich verurteilt. Gülen war lange ein Verbündeter von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, heute gilt er als sein schärfster Rivale.

Die USA verlangen für eine Auslieferung Gülens eindeutige Beweise und kündigten an, eine Delegation in das Land zu schicken, um Details zu klären. Das Thema dürfte auch im Mittelpunkt von Gesprächen stehen, die US-Vizepräsident Joe Biden bei seinem Besuch in der Türkei unter anderen mit Erdoğan führen will.