Die russische Luftwaffe hat Kampfflugzeuge in den Iran verlegt und fliegt von dort aus Angriffe auf Ziele in Syrien. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte die Stationierung von Überschallbombern des Typs Tu-22M3. Sie hätten am Dienstag erstmals Luftschläge von der Luftwaffenbasis Hamadan aus geflogen. Durch die Zusammenarbeit soll sich die Anflugzeit der Bomber um bis zu 60 Prozent verkürzen.

Ziel der Angriffe waren dem Ministerium zufolge Treibstoffdepots sowie Ausbildungslager des "Islamischen Staates" (IS) und der Al-Nusra-Front in den Provinzen Aleppo, Deir Essor und Idlib. Insgesamt seien acht Ziele getroffen worden. Dabei seien zahlreiche Kämpfer getötet worden.

Anlass der Stationierung könnte ein Treffen von Russlands Präsident Wladimir Putin mit seinem iranischen Amtskollegen Hassan Ruhani in der vergangenen Woche sein. Danach hatte sich Ruhani laut einer Mitteilung für eine engere Kooperation der beiden Länder in der Region ausgesprochen.

Russland und der Iran gelten als die engsten Verbündeten der syrischen Regierung um Präsident Baschar al-Assad. Der Iran spielte bei der Stützung des Regimes in der Vergangenheit eine wichtige Rolle. Vor der russischen Intervention in Syrien halfen Berichten zufolge iranische Revolutionsgarden dabei, die Rebellen auf dem Höhepunkt ihrer Geländegewinne zu stoppen. Der Iran hatte die Berichte dementiert, den Einsatz von Elitesoldaten allerdings bestätigt. Diese würden allerdings nur als Militärberater auftreten.