Donald Trump hat sich für seinen Wahlkampf Unterstützung aus Großbritannien geholt. Bei einer Rede des republikanischen Präsidentschaftskandidaten im US-Bundesstaat Mississippi trat der ehemalige Ukip-Chef und EU-Gegner Nigel Farage auf. Trump beschrieb in seiner Rede den Brexit als einen Weg zur Unabhängigkeit und zog Parallelen zu seiner eigenen Kampagne. Seine Präsidentschaft würde "amerikanische Unabhängigkeit" bringen.

Trump stellte Farage als einen Parteichef vor, der gegen die EU aufgestanden sei – trotz aller Widerstände. Farage sagte: "Wir haben die Menschen erreicht, die nie zuvor in ihrem Leben gewählt haben, aber daran glaubten, sie könnten durch ihre Wahl für den Brexit wieder Kontrolle über das Land bekommen." Er warf Präsident Barack Obama vor, die Briten zu einem Verbleib in der Europäischen Union bewegt haben zu wollen. "Er behandelte uns, als seien wir niemand."

Auch Farage betonte die Gemeinsamkeiten zwischen Großbritannien und den USA. Er sehe gute Chancen für Trumps Kampagne, die Parallelen zu seinem Kampf für den EU-Austritt Großbritanniens aufweise. "Ihr könnt die Meinungsforscher und Kommentatoren eines Besseren belehren und ihr könnt Washington besiegen", sagte Farage den rund 10.000 Zuschauern in Jackson. "Es gibt Millionen von gewöhnlichen Amerikanern, die im Stich gelassen wurden, die eine schlechte Zeit hatten und die sich alleingelassen fühlen von der politischen Klasse in Washington", sagte Farage. Viele Volksvertreter in den USA seien "politisch korrekte Mitglieder der liberalen Medienelite".

Wer führt in den Umfragen?

Eine Wahlempfehlung wollte Farage als Ausländer zwar nicht abgeben, wurde dann aber doch explizit. "Wenn ich ein US-Bürger wäre, ich würde nicht für Hillary Clinton stimmen, selbst wenn man mich dafür bezahlen würde." Nach seinem Auftritt bedankte sich Farage per Twitter bei Trump.

Farage, der nach dem historischen Brexit-Referendum der Briten als Ukip-Chef zurücktrat, hatte vor einem Monat bereits als geladener Gast am Parteitag der US-Republikaner in Cleveland teilgenommen, bei dem Trump zum Präsidentschaftskandidaten nominiert worden war. Damals distanzierte sich der EU-Parlamentarier noch von einigen Forderungen des Immobilienmilliardärs.

Auftritte ausländischer Politiker im US-Wahlkampf sind zwar unüblich, Trump ist jedoch bekannt dafür, sich wenig um politische Konventionen zu kümmern. Wie der Guardian schreibt, ist der Auftritt Farages Teil der Strategie von Trumps neuem Wahlkampfmanager Stephen Bannon. Dieser sei bereits vor seiner Arbeit für Trump enthusiastischer Unterstützer des Brexit gewesen.

Trump dankte Farage für seine Rede und lobte ihn überschwänglich. Der EU-Kritiker habe auf der Bühne "großartige Arbeit geleistet". Trumps Kampagne war zuletzt schwer ins Straucheln geraten. Clinton liegt in Umfragen derzeit deutlich in Führung.