Am 13. Juli war David Cameron als britischer Premierminister zurückgetreten – nun gibt der Tory-Politiker zwei Monate später überraschend auch seinen Sitz im Unterhaus des britischen Parlaments auf. Seine Entscheidung gelte mit sofortiger Wirkung, sagte Cameron. Der 49-Jährige vertrat seit 2001 den Wahlkreis Witney in der Grafschaft Oxfordshire.

Er wolle keine "Ablenkung" für seine Nachfolgerin als Regierungschefin, Theresa May, darstellen, zitierte die BBC Cameron. Ursprünglich hatte er geplant, bis zur nächsten Unterhauswahl voraussichtlich im Jahr 2020 sein Mandat zu behalten.

Cameron war als Premierminister zurückgetreten, nachdem er nicht genügend britische Wähler davon überzeugen konnte, Ende Juni bei einem Referendum für den Verbleib des Landes in der EU zu stimmen. Das Votum für den Brexit gilt daher auch als persönliche Niederlage Camerons. Damals sagte er, er wolle im Parlament bleiben, auch wenn er keine Führungsrolle innerhalb seiner Konservativen Partei mehr haben würde. Nun erklärte er, er glaube nicht mehr, dass es für einen ehemaligen Regierungschef möglich sei, als "normaler Hinterbänkler" zu dienen, ohne von der Regierung abzulenken. Jetzt müsse er sich ein "Leben außerhalb von Westminster aufbauen", sagte Cameron.

Die letzte Unterhauswahl fand im Mai 2015 statt, damals war Cameron mit großer Mehrheit wiedergewählt worden. Nun muss in Witney, etwa 110 Kilometer westlich von London gelegen, in einer Ersatzwahl ein Nachfolger für das Mandat gefunden werden. Wann die Nachwahl stattfindet, war zunächst unklar.