US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat in der Vergangenheit einem Bericht der Washington Post zufolge Kosten für rechtliche Auseinandersetzung von seiner gemeinnützigen Stiftung zahlen lassen. Demnach beglich die Stiftung für Trump Rechnungen in Höhe von insgesamt 258.000 Dollar, obwohl sie nur karitativen Zwecken dienen darf. Damit könnte der Kandidat der Republikaner gegen das Steuerrecht verstoßen haben.

Den Recherchen zufolge zahlte die Stiftung 2007 an einen Veteranenverband 100.000 Dollar. Die Zahlung war im Rahmen eines Vergleichs zwischen Trump und der Stadt Palm Beach vereinbart worden. Bei dem Streit war es um eine Fahnenstange auf einem von Trumps Grundstücken gegangen. Auch in New York legte Trumps Unternehmen dem Bericht zufolge eine rechtliche Auseinandersetzung gegen eine gemeinnützige Spende von 158.000 Dollar bei. Das Geld kam auch in diesem Fall nicht von Trumps Unternehmen, sondern von seiner Stiftung.

Laut Washington Post hat Trump seit 2009 keine Zahlungen mehr an die Stiftung geleistet. Stattdessen werde sie durch Spenden Dritter finanziert. Gleichzeitig zahle die Stiftung für Dinge, die allein Trump oder seinen Unternehmen zugute kamen. 2014 etwa habe Trump im Rahmen einer wohltätigen Aktion über seine Stiftung für 10.000 Dollar ein Porträt von sich ersteigert. Die Zeitung hatte vor zwei Wochen bereits aufgedeckt, in welchem Ausmaß Trump seine geschäftlichen Aktivitäten mit denen seiner Stiftung vermengt – und dabei sogar Profit macht.

Der Bericht könnte dazu führen, dass die Debatte um Trumps Finanzen wieder aufkommt. In den USA hat jeder aussichtsreiche Präsidentschaftskandidat seit Richard Nixon vor der Wahl seine Steuererklärungen veröffentlicht. Trumps Gegnerin Hillary Clinton war dieser Tradition Mitte August gefolgt, auch ihr Vizekandidat Tim Kaine und Trumps Vizekandidat Mike Pence legten ihre Finanzen offen. Nur Trump selbst weigert sich beharrlich. Er argumentiert, dass er seine Steuererklärung wegen einer seit Jahren laufenden Steuerprüfung nicht veröffentlichen könne. Eine Sprecherin von Trumps Konkurrentin Hillary Clinton sagte nun, es sei "höchste Zeit", dass Trump seine Finanzen offenlege.