Die US-Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den mutmaßlichen Bombenleger von New York, Ahmad Khan Rahami, erhoben. Er wird wegen des Einsatzes von Massenvernichtungswaffen und eines Anschlags auf öffentliche Orte angeklagt. Rahami wird vorgeworfen, im New Yorker Stadtteil Chelsea eine Bombe gelegt zu haben, die am Samstagabend explodierte und 31 Menschen verletzte. Eine weitere von ihm angeblich gelegte Bombe in New Jersey zündete zwar, verletzte aber niemanden. 

Der Anklageschrift zufolge wurden bei dem in Afghanistan geborenen Rahami Notizen gefunden, in denen er seine Verehrung für den in den USA geborenen Geistlichen Anwar al-Awlaki zum Ausdruck brachte. Al-Awlaki wurde 2011 bei einem Drohnenangriff getötet. In den Notizen äußerte Rahami den Wunsch, Selbstmordattentäter zu werden und huldigte dem US-Militärpsychiater Nidal Hasan, der 2009 im Militärstützpunkt Fort Hood Amok gelaufen war und 13 Menschen erschossen hatte. Laut Anklageschrift enden die Notizen mit den Worten: "Der Schall der Bomben wird auf den Straßen zu hören sein, Gewehrschüsse auf eure Polizei. Tod eurer Unterdrückung." US-Medien hatten Bekannte der Familie zitiert, Rahami sei vor wenigen Jahren in Afghanistan und Pakistan gewesen, von wo er als Muslim zurückgekehrt sei, offenbar radikalisiert.

Die Zutaten für seine Bomben kaufte der Verdächtige laut Anklageschrift bei eBay und ließ sie sich in ein Geschäft im Bundesstaat New Jersey liefern, in dem er bis Anfang September gearbeitet hatte. Seine Familie betrieb in Elizabeth in New Jersey ein Chicken-Restaurant.

Mutmaßlicher Attentäter war FBI bekannt

Rahami stand auf keiner Terrorverdächtigenliste der USA, auch der New Yorker Polizei war er unbekannt. Die US-Bundespolizei FBI aber überprüfte Rahami bereits vor zwei Jahren näher. Damals habe sich Rahamis Vater mit dem Verdacht gemeldet, sein Sohn sei ein Terrorist, hieß es aus Polizeikreisen. Dem Kontakt war offenbar ein Messerangriff von Rahami auf seinen Bruder vorausgegangen. Der Vater habe seine Angaben später zurückgenommen und den Ermittlern gesagt, er sei nur der Ansicht gewesen, dass sein Sohn sich mit Kriminellen abgebe.

Der Fall wurde den Angaben zufolge vom FBI überprüft. Allerdings seien keine Verbindungen zu Terrorgruppen festgestellt worden. Schließlich sei die Angelegenheit nach wenigen Wochen zu den Akten gelegt worden. 

Der Vater bestätigte Reportern in Elizabeth, dass er vor zwei Jahren das FBI kontaktierte. Auf die Frage, ob er glaube, dass sein Sohn ein Terrorist sei, sagte er: "Nein. Und das FBI weiß das."

US-Polizei nimmt nach Anschlag Verdächtigen fest Die New Yorker Polizei hat einen Amerikaner afghanischer Herkunft festgenommen. Der 28-jährige Ahmad Khan Rahami soll Sprengsätze in New York und New Jersey gelegt haben. © Foto: Eduardo Munoz/Reuters