Die Führung der Farc-Rebellen hat dem Friedensvertrag mit der kolumbianischen Regierung zugestimmt. Damit soll der jahrzehntelange Konflikt im Land beendet werden. "Der Krieg ist vorbei", sagte Chefunterhändler und Rebellenanführer Iván Márquez bei der nationalen Farc-Konferenz in Llanos del Yarí im Südosten des Landes. Die linksradikalen Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) hatten auf einer einwöchigen Konferenz über die Ratifizierung des Friedensvertrags beraten und sich nun einstimmig dafür ausgesprochen.

Die Konferenz der Farc war die letzte Zusammenkunft der Guerillas als eine Rebellenarmee. Auf dem Treffen sollte ein Fahrplan dazu aufgestellt werden, wie die Gruppe an künftigen Wahlen ihres Landes teilnimmt, sobald sie ihre Waffen im Laufe des nächsten halben Jahres bei von den UN betreuten Beobachtern abgegeben hat. Über die neue politische Bewegung, die aufgebaut wird, erläuterte Márquez am Freitag nichts.

Es wird erwartet, dass Kolumbiens Staatspräsident Juan Manuel Santos und der Farc-Anführer Timoleón Jiménez, genannt Timochenko, die Friedensvereinbarung am Montag in der Karibikküstenstadt Cartagena unterschreiben werden. Zu der Unterzeichnung werden neben mehr als einem Dutzend Staatschefs aus der Region auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und US-Außenminister John Kerry erwartet. 

Die Guerillagruppe und die kolumbianische Regierung hatten sich am 24. August nach jahrelangen Verhandlungen in Havanna auf das Friedensabkommen geeinigt. Seit dem 29. August ist ein Waffenstillstand in Kraft. Anschließend soll die kolumbianische Bevölkerung am 2. Oktober in einer Volksabstimmung über das Abkommen abstimmen.

Der 297-seitige Friedensvertrag besteht aus sechs Teilabkommen. Darin geht es um Wiedergutmachung für die Opfer des Konflikts, eine Landreform, die Entwaffnung der Rebellen, ihre Umwandlung in eine politische Partei, den Kampf gegen den Drogenhandel sowie die Umsetzung des Abkommens.

Die Farc kämpfte seit 1964 gegen Großgrundbesitzer und die Regierung des lateinamerikanischen Landes. In dem Konflikt, in den neben der Armee auch andere linke Guerillagruppen, rechte Paramilitärs und die Drogenmafia verwickelt waren, wurden mehr als 260.000 Menschen getötet, 45.000 Menschen gelten als vermisst. Sieben Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben.