Kinshasa - Mehrere Tote bei Ausschreitungen in der Demokratischen Republik Kongo Die Opposition hatte zu Protesten gegen Staatspräsident Kabila aufgerufen, bei denen mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen sind. © Foto: Reuters TV

Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Einsatzkräften sind im Kongo mehrere Menschen getötet worden. Nach Regierungsangaben starben 17 Menschen, darunter drei Polizisten. Das Oppositionsbündnis Rassemblement sprach dagegen von mehr als 50 Demonstranten, die durch Schüsse von Polizisten getötet worden seien. Das Bündnis kündigte für Dienstag weitere Protestmärsche an.

Seit Langem kommt es im Kongo immer wieder zu Demonstrationen gegen Staatschef Joseph Kabila. Seine Amtszeit endet am 20. Dezember, gemäß der Verfassung darf er nicht erneut kandidieren. Die Wahl seines Nachfolgers war ursprünglich für den 27. November angesetzt. Die Wahlkommission teilte allerdings mit, die Registrierung der Wähler könne erst im Juli 2017 abgeschlossen werden. Am Wochenende beantragte sie beim Verfassungsgericht offiziell eine Verschiebung der Abstimmung. Die Opposition befürchtet, die Verschiebung der Wahl sei ein Vorwand, damit Kabila über seine Amtszeit hinaus Präsident bleiben kann. Er steht seit 2001 an der Staatsspitze

Die UN und die USA zeigten sich besorgt über die Lage im Kongo. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Zusammenstöße, das US-Außenministerium forderte alle Parteien zu einer friedlichen Beilegung des Konflikts auf. Die Regierung müsse alle Menschenrechte garantieren, einschließlich des Rechts auf friedliche Demonstrationen, hieß es von Außenamtssprecher John Kirby.