Türkische Panzer sind erneut nach Syrien eingerückt. Die Panzer seien in den syrischen Bezirk Cobanbey nordöstlich von Aleppo vorgedrungen, berichtet die amtliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Es handele sich um eine neue Phase der Operation Schutzschild Euphrat. Ziel sei es, syrische Rebellen im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" zu unterstützen.

Cobanbey liegt gegenüber dem syrischen Ort Al-Rai, der zwischen der radikalislamischen IS-Miliz und Rebellen umkämpft ist. Das Gebiet liegt etwa 55 Kilometer südwestlich von Dscharabulus. Dort hatte in der vergangenen Woche die Türkei ihre erste größere Offensive in Syrien begonnen, um gemeinsam mit Rebellen der verbündeten Freien Syrischen Armee den IS aus der Grenzstadt Dscharabulus zu vertreiben. Seither hätten Rebellen Dörfer entlang der Grenze nahe Dscharabulus und im Bezirk Cobanbey eingenommen, berichtete Anadolu.

Der Einsatz diente aber auch dazu, die syrisch-kurdische YPG-Miliz auf die Ostseite des Euphrats zurückzudrängen. Mit dieser neuen Phase der Operation Schutzschild Euphrat werde die Linie Asus-Dscharabulus voraussichtlich "von Terror-Elementen gereinigt", berichtete Anadolu.

Am 24. August hatte das türkische Militär begonnen, mit Panzern und Kampfflugzeugen auf syrischem Boden Rebellen zu unterstützen, die gegen die IS-Miliz beziehungsweise die kurdische Miliz YPG kämpfen. Die Offensive der Türkei hat Besorgnis in den westlichen Staaten, allen voran in den USA, ausgelöst. Die Kurden-Miliz YPG ist ein Verbündeter der USA im Kampf gegen den IS. Die türkische Regierung befürchtet hingegen ein Erstarken der Kurden auch im eigenen Land. 

In der Türkei gab es in der vergangenen Nacht Tote bei Kämpfen zwischen der Armee und der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK. Acht Soldaten und elf PKK-Kämpfer seien gestorben, verlautete aus Sicherheitskreisen. Das Militär fliege weiterhin Angriffe auf Stellungen der PKK in der Provinz Van, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die örtlichen Behörden. Die überwiegend von Kurden bewohnte Provinz liegt im Südosten der Türkei an der Grenze zum Iran.

Bereits am Freitag hatten sich türkische Sicherheitskräfte und PKK-Kämpfer Gefechte geliefert, bei denen 27 PKK-Angehörige und mindestens sieben Soldaten starben. Seit Monaten kommt es im Südosten der Türkei immer wieder zu Gefechten zwischen dem Militär und der nach Autonomie strebenden PKK. Im Juli 2015 wurde ein Waffenstillstand aufgehoben, der zweieinhalb Jahre gehalten hatte.