Nordkorea - Nordkorea bereitet offenbar weiteren Start einer Langstreckenrakete vor Nordkorea treibt trotz internationaler Kritik und verschärfter Sanktionen sein Raketenprogramm voran. Machthaber Kim Jong Un habe den Test eines neuen Raketenmotors persönlich überwacht, meldet das koreanische Staatsfernsehen. © Foto: dpa/KCNH

Nordkorea hat nach Angaben staatlicher Medien weitere Fortschritte auf dem Weg zur Stationierung seines ersten Satelliten im Weltall gemacht. Demnach hat das abgeschottete kommunistische Land einen neuen Antrieb für eine Satellitenrakete getestet. Machthaber Kim Jong Un habe den Probelauf persönlich überwacht und angeordnet, die Vorbereitungen für einen Satellitenstart so bald wie möglich abzuschließen, meldeten die Staatsmedien. Nordkorea hatte zuletzt im Februar eine Weltraumrakete gestartet.

Die Vereinten Nationen und andere Beobachter betrachten Nordkoreas Raumfahrtprogramm als Tarnung für die Entwicklung ballistischer Raketen, die Atomwaffen tragen können. Die Technologie beider Systeme ist ähnlich. Nach Atomtests Nordkoreas im Januar und am 9. September und einer Reihe von Raketentests ist die Lage in der Region angespannt.

Der Test Anfang September war der fünfte und bislang stärkste Atomwaffentest, dem eine Reihe von Raketentests vorausgingen. Kurz darauf forderte Nordkorea die Anerkennung als Atomwaffenstaat. Mit den Tests verstößt Nordkorea gegen ein Verbot des UN-Sicherheitsrats. Das UN-Gremium berät derzeit über weitere Sanktionen.

Ziel der Führung in Pjöngjang sei es, Nordkorea "in den kommenden Jahren zum Betreiber geostationärer Satelliten zu machen", zitierte die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA den Staatschef. Geostationäre Satelliten befinden sich im All stets über demselben Punkt der Erdoberfläche. Das Land mache "trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage" große technische Fortschritte, sagte Kim demnach. Nach Angaben der Agentur könnte der nun getestete Antrieb dem Land "genügend Trägerkapazitäten geben, verschiedene Arten von Satelliten zu starten, unter anderem Satelliten zur Erdbeobachtung".