Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat eine vorübergehende Flugverbotszone über Syrien ins Gespräch gebracht. In New York sagte er: "Wenn der Waffenstillstand überhaupt noch eine Chance haben soll, führt der Weg nur über ein zeitlich begrenztes, aber vollständiges Verbot aller militärischen Flugbewegungen über Syrien – mindestens für drei, besser für sieben Tage."

Ein Flugverbot würde es den UN ermöglichen, Hilfsleistungen für notleidende Menschen in Syrien wieder aufzunehmen, so Steinmeier. "Gleichzeitig schafft es Raum für präzise Verabredungen in der Syrien-Unterstützergruppe zum koordinierten Vorgehen gegen IS und Al-Kaida und für einen Rückweg in Verhandlungen über eine Übergangsregierung für Syrien", sagte er.

Spannung zwischen USA und Russland

Die von US-Außenminister John Kerry und seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow ausgehandelte Waffenruhe in Syrien war am Montag von der syrischen Armee für beendet erklärt worden. Für Streit zwischen den USA und Russland sorgt der Luftangriff auf einen Hilfskonvoi: Washington macht Moskau dafür verantwortlich, Moskau weist die Anschuldigung zurück. 

In einem Interview mit der Passauer Neuen Presse gab Norbert Röttgen (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Russland die Verantwortung für den Angriff. "Über dem Gebiet sind die syrische und die russische Luftwaffe im Einsatz. Es muss einer von beiden gewesen sein, wer von beiden, lässt sich noch nicht sagen", sagte Röttgen. Auch wenn es die syrische Luftwaffe gewesen wäre, gebe es eine politische Mitverantwortung Russlands.

Syrien - USA und Russland streiten über Angriff auf Hilfskonvoi US-Medien berichten, russische Kampfjets hätten den Angriff ausgeführt. Moskau weist alle Schuld von sich. Nach dem Angriff am Montag haben die Vereinten Nationen alle Hilfslieferungen ausgesetzt. © Foto: Ammar Abdullah/Reuters

Trotz des angespannten Verhältnisses zwischen Russland und den USA wollen die beiden Staaten heute erneut die internationale Syrien-Unterstützergruppe zusammenbringen. Die Gruppe aus 23 Staaten soll über das weitere Vorgehen nach dem Ende der Waffenruhe in Syrien beraten. Kerry und Lawrow haben den Willen bekundet, die gemeinsamen Anstrengungen zur Beilegung des Konflikts fortzusetzen. Bei einem Scheitern dieser Bemühungen würde Syriens Zukunft "am seidenen Faden hängen", sagte Kerry.

Unterdessen wollen die Vereinten Nationen ihre Hilfslieferungen in Syrien wieder aufnehmen. Mehrere Konvois sollen bereits heute dringend notwendige Güter in betroffene Regionen bringen.

AFP/Getty
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