Aleppo - Vereinte Nationen verurteilen Luftschlag auf Hilfskonvoi Der UN-Diplomat Staffan de Mistura hat sich bestürzt über die Bombardierung von Lastwagen mit Hilfsgütern geäußert. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte macht das russische oder syrische Militär verantwortlich – demnach gab es 12 Tote. © Foto: Mahmoud Taha/AFP/Getty Images

Die US-Regierung hat nach Luftangriffen auf einen Konvoi mit Hilfslieferungen in Syrien ihre Zusammenarbeit mit Russland infrage gestellt. Das Ziel der Fahrzeuge von Vereinten Nationen und Rotem Halbmond sei sowohl der syrischen, als auch der russischen Regierung bekannt gewesen, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, John Kirby. Bisher ist unklar, ob der Angriff von syrischen oder russischen Kampfflugzeugen ausging.

Kirby kündigte an, die US-Regierung werde die Bombardierung direkt mit der russischen Regierung thematisieren. "Angesichts der ungeheuerlichen Verletzung der Waffenruhe werden wir die weiteren Aussichten einer Zusammenarbeit mit Russland neu bewerten", fügte er hinzu.

Der Konvoi mit Versorgungsgütern war am Montagabend in der Nähe der Stadt Urm al-Kubra westlich von Aleppo angegriffen worden. Ein Anwohner sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Lastwagen seien bei einem Gebäude des Roten Halbmondes von fünf Raketen getroffen worden. UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien teilte mit, dass mindestens 18 von 31 Fahrzeugen und ein Lagerhaus getroffen wurden. Die Fahrzeuge seien bombardiert worden, als sie gerade entladen wurden. Unbestätigten Berichten zufolge wurden dabei zwölf Menschen getötet.

Der UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, zeigte sich schockiert von dem Angriff. "Unsere Wut über diesen Angriff ist enorm. Der Konvoi war das Ergebnis eines langen Verhandlungsprozesses mit dem Ziel, eingeschlossenen Menschen zu helfen", erklärte eine Sprecherin de Misturas.

Waffenruhe gescheitert

Syrien hatte am Montag mitgeteilt, das vor rund einer Woche vereinbarte "Regime der Ruhe" gelte nicht mehr. Auch die Rebellen nannten die Feuerpause faktisch gescheitert. Die Beobachtungsstelle berichtete daraufhin, dass syrische oder russische Kampfflugzeuge Angriffe auf Rebellengebiete im Zentrum Aleppos und Dörfer westlich der Stadt geflogen hätten. Dabei habe es zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Russland unterstützt das syrische Regime im Kampf gegen Aufständische.

Am Wochenende waren bei einem US-geführten Luftangriff auf syrische Regierungstruppen zahlreiche syrische Soldaten getötet worden. Dies hatte zu Spannungen zwischen den USA und Russland geführt, die sich auf eine Feuerpause verständigt hatten. So sollte die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Hilfsgütern gewährleistet und Friedensverhandlungen ermöglicht werden.