In New York ist die internationale Syrien-Unterstützergruppe ohne Ergebnis auseinandergegangen. Auf eine Rückkehr zu einer Waffenruhe konnten sich die Außenminister der rund 20 daran beteiligten Länder nicht einigen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) beschrieb den Verlauf als "sehr kontrovers". Es habe bei den Gesprächen "sehr schwierige Momente" gegeben.

US-Außenminister John Kerry sagte, die USA könnten nicht die Einzigen sein, die versuchten, die Tür weiter offen zu halten. "Die Frage ist nun, ob überhaupt noch eine reale Chance für Fortschritte besteht", fasste Kerry die Lage zusammen. "So wie bisher können wir nicht weitermachen." Er sei nicht weniger entschlossen, aber natürlich frustrierter. Man habe sich mit den Russen ausgetauscht und wolle morgen erneut mit ihnen beraten.

"Nichts ist passiert", kommentierte Russlands Außenminister Sergej Lawrow die Verhandlungen. Lawrow war mit dem Ziel einer neuen dreitägigen Kampfpause in die Gespräche mit der Syrien-Unterstützergruppe gegangen. Der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault nannte Lawrows Beiträge zu den Gesprächen "unbefriedigend". Die Syrien-Gespräche sollen am Rande der UN-Generaldebatte laut Steinmeier fortgesetzt werden.

Flugverbotszone noch im Gespräch


Steinmeier hat auch die Hoffnungen auf eine weitere Vereinbarung für einen Waffenstillstand in Syrien noch nicht aufgegeben. Es habe am "Verhandlungstisch viel Zustimmung zu unserem Vorschlag (gegeben), mit einer zeitlich befristeten Einstellung aller militärischen Flugbewegungen die Bedingung für den Wiedereintritt in den Waffenstillstand herzustellen", sagte der Bundesaußenminister.

"Wenn der Waffenstillstand überhaupt noch eine Chance haben soll, führt der Weg nur über ein zeitlich begrenztes, aber vollständiges Verbot aller militärischen Flugbewegungen über Syrien – mindestens für drei, besser für sieben Tage", sagte Steinmeier. Auch US-Außenminister John Kerry hatte eine solche Flugverbotszone befürwortet.

Einige Außenminister müssten "jetzt noch darüber mit ihren Hauptstädten sprechen", sagte Steinmeier. Die Bundesregierung habe auf der anderen Seite die klare Erwartung, dass sämtliche Oppositionsgruppierungen sich tatsächlich glaubwürdig von den radikalen Gruppierungen abgrenzten wie etwa der Terrormiliz "Islamischer Staat" oder der Dschabhat Fatah al-Scham, der früheren Al-Nusra-Front.

Hilfslieferungen wieder aufgenommen

Zuvor hatte sich die Syrien-Unterstützergruppe am Dienstag getroffen. Die von den USA und Russland ausgehandelte Waffenruhe war am Montag nach einer Woche von der syrischen Armee für beendet erklärt worden. Seither entbrannten die Kämpfe wieder.

Mit einer erneuten Offensive will die syrische Regierung die Rebellen aus Aleppo vertreiben. Die Armee gab den Beginn einer Offensive gegen den Ostteil der Stadt bekannt, der von syrischen Rebellen gehalten wird. Die Bewohner des Ostteils von Aleppo sollen sich "von den Positionen der terroristischen Gruppen" fernhalten, heißt es in der Mitteilung.

Für Streit zwischen den USA und Russland sorgte ein Luftangriff auf einen Hilfskonvoi Anfang der Woche. Die USA machte Russland dafür verantwortlich, Russland wies die Anschuldigung zurück. Bei dem Angriff wurden etwa 20 Menschen getötet.

Die Vereinten Nationen (UN) teilten am Donnerstag mit, die Hilfslieferungen würden wieder aufgenommen. Der Sprecher des UN-Büros für Nothilfekoordinierung sagte nicht, wohin genau geliefert werde, sondern nur, dass Aleppo nicht angefahren werde. Die Lieferungen waren nach dem Bombardement vorübergehend ausgesetzt worden.