TV-Duell: Trump verstrickt sich in Widersprüche - Clinton clever

Klimawandel geleugnet? Irakkrieg befürwortet? Im TV-Duell zur US-Wahl verheddert sich Donald Trump in Vergangenem. Clinton agiert souveräner. Das Liveblog zum Nachlesen
Erstmals in diesem US-Wahlkampf stehen sich Donald Trump und Hillary Clinton direkt gegenüber. © Lucas Jackson/Reuters
  • Knapp sechs Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl sind Hillary Clinton und Donald Trump im ersten TV-Duell aufeinander getroffen.
  • Clinton wirkte besser vorbereitet, Trump dagegen zerfahren, unsicher zuweilen und mehr in die Defensive.
  • Den TV-Duellen kommt im US-Wahlkampf eine entscheidende Rolle zu: Viele Amerikaner geben an, sich vor allem an den insgesamt drei Auftritten zu orientieren. Und mehr als ein Fünftel der potenziellen Wähler ist noch unentschieden.
  • Clinton und Trump liegen derzeit in den meisten Umfragen nur wenige Prozentpunkte auseinander, in manchen sogar gleichauf. Es steht also viel auf dem Spiel.

Wer zieht ins Weiße Haus ein?

Zahl der Wahlmänner, die Clinton und Trump laut aktuellen Umfragen in den einzelnen Bundesstaaten für sich gewinnen können.

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  • 05:10 Uhr
    Daniel.-C. Schmidt

  • 04:56 Uhr
    Carsten Luther

    Wie das eben so ist bei diesen Debatten: Von den Kandidaten war nur minimal Neues zu hören. Das beginnt bei den Fragen des kaum wahrnehmbaren Moderators Lester Holt – Stichwortgeber, könnte man auch sagen, für alles, was Trump und Clinton schon tausendmal gesagt haben. Und so waren eben auch die Antworten: Clinton ausgeruht und cool mit komplexen Wegen, komplexe Probleme anzugehen; Trump mit populistischem Stakkato, das über die pöbelnden 140 Zeichen seiner Tweets kaum hinausging. Inhaltlich wissen wir nun nicht mehr über die beiden als zuvor. Vor allem aber bleibt hängen: Clinton ist vorbereitet, nicht nur auf dieses und die folgenden TV-Duelle, sondern auch darauf, Präsidentin der Vereinigten Staaten zu werden. Trump wirkte zerfahren, unsicher zuweilen, und geriet mehr und mehr in die Defensive. Seine beinharten Anhänger werden bekommen haben, was sie an ihm lieben. Neue Wähler – und die braucht er, um zu gewinnen – wird er nicht viele auf seine Seite gezogen haben.

  • 04:55 Uhr
    Daniel.-C. Schmidt

    "Trumps Problem ist", sagt ein anderer Gast, "dass er sich zu einfach provozieren lässt. Clinton hält ihm ein Stöckchen hin – und er springt natürlich drüber." Wenn es um sein Temperament geht, bleibt Trump in der Tat relativ durchschaubar.

  • 04:54 Uhr
    Daniel.-C. Schmidt

    "Er sollte aufhören, sich zu beschweren und seinen Mann stehen", sagt Walter Simmons aus Wisconsin zu Trumps Schlussstatement. Trumps kleine Zwischenrufe kamen beim New Yorker Publikum nur mäßig gut an.

  • 04:42 Uhr
    Carsten Luther

    Das Gesundheitsthema ist kurz vor Schluss schnell abgehandelt. Trump versucht es: Clinton habe nicht die Ausdauer dafür, Präsidentin zu sein. Er war nach früheren Bemerkungen gefragt worden, als er gesagt hatte, Clinton habe kein präsidentielles Aussehen. Clintons Verteidigung: ihre unentwegten Reisen als Außenministerin und ihre Auftritte vor Congressausschüssen. Noch einmal Trump: Hillary hat Erfahrung, aber es ist schlechte Erfahrung – schlechte, schlechte Erfahrung. Clinton setzt zum K.o. an: Er versuche, vom Aussehen auf die Ausdauer umzuschalten, dabei sei dies doch der Mann, der Frauen Schweine, Schlampen und Hunde genannt habe. Das sieht nicht gut aus für ihn.

  • 04:36 Uhr
    Sybille Klormann

    Die 90 Minuten sind vorbei. Eigentlich müssten beide Kandidaten jetzt zum Schluss kommen. Mal sehen, wie lange Lester Holt die Debatte noch laufen lässt.

  • 04:29 Uhr
    Carsten Luther

    Nennt man das ein Eigentor? Trumps Behauptung, er habe ein viel besseres Urteilsvermögen und Temperament als Clinton, ist jedenfalls eine Steilvorlage: Clinton macht ihn zum Kriegstreiber; ein Mann, der sich schon von einem Tweet provozieren lasse, sollte nicht einmal in die Nähe von Atomwaffen gelangen – über deren Einsatz Trump bereits phantasiert hat. Er: Dieser Kommentar wird langsam alt. Sie: Er ist aber gut.

  • 04:22 Uhr
    Carsten Luther

    Es sei unverantwortlich und ein Fehler gewesen, die US-Truppen aus dem Irak abzuziehen, sagt Trump. Dabei hat er öffentlich dafür plädiert, sie abzuziehen – Jahre bevor Präsident Obama diesen Schritt vollzog. Kommt er mit so was durch, wenn er dann auch noch behauptet, das dadurch entstandene Vakuum habe das Entstehen des "Islamischen Staats" erst möglich gemacht? Und weiter: Er sei ja gegen den Irakkrieg gewesen. Auch das ist, mit Verlaub: gelogen. Da passt einiges nicht zusammen bei Trump.

  • 04:21 Uhr
    Daniel.-C. Schmidt

    Hier in Trumps alter Nachbarschaft gab es gerade viel Applaus, als Clinton sagte, sie sei als Präsidentin vorbereitet. Ein verbaler Schienbeintritt.

  • 04:16 Uhr
    Daniel.-C. Schmidt

    Tai, ein junger Finanzstudent aus Queens, antwortet auf die Frage, ob Trump ihn als Geschäftsmann beeindruckt: "Null. Amerika ist kein Unternehmen, wie sich das Trump vorstellt. Amerika ist eine Gesellschaft, die auf Hilfsbereitschaft setzt."

  • 04:16 Uhr
    Carsten Luther

    Trump liegt vorn, jedenfalls in einer Disziplin: Muss er denn nicht bald mal zur Toilette, wenn er immerzu so viel Wasser trinkt?

  • 04:13 Uhr
    Carsten Luther

    Die TV-Debatten sind ja auch Themensetzer für die nachfolgende Berichterstattung im Wahlkampf. Und man muss im Moment einräumen: Clinton hält die Themen, die sie gern nicht im Vordergrund sehen möchte (ihre gelöschten E-Mails) klein, während Trump sich minutenlang in Dinge verstrickt, die noch an ihm hängen bleiben werden: zum Beispiel ein uraltes Verfahren gegen ihn wegen Rassendiskriminierung seines Unternehmens.

  • 04:07 Uhr
    Carsten Luther

    Unerträglich: Trump bringt wieder die Verschwörungstheorie auf, Barack Obama sei in Wahrheit gar nicht in den USA geboren. Jaja, Trump sei Dank, sei diese Frage geklärt, etc. Seit Jahren hatte Trump diese Vorstellung genährt und erst kürzlich widersprochen: Clinton habe das alles als erste im Wahlkampf gegen Obama 2008 ins Spiel gebracht. Alles Quatsch!

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