UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien hat die katastrophalen Lebensbedingungen von mehr als 70.000 syrischen Flüchtlingen an der Grenze zu Jordanien beklagt. Die Menschen dort lebten unter "entsetzlichen" Bedingungen, sagte O'Brien nach einem Besuch mehrerer Flüchtlingslager. Sie bräuchten dringend humanitäre Hilfe, da es unter anderem an Nahrungsmitteln und Wasser fehle.

Jordanien hatte im Juni die Durchfahrt weiterer Flüchtlingshilfslieferungen gestoppt, nachdem bei einem Selbstmordanschlag in der Region sieben Soldaten des Landes getötet worden waren. Zu dem Angriff hatte sich die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannt.

O'Brien sagte, er habe Verständnis für die Sicherheitsbedenken Jordaniens, die "sehr legitim" seien. Laut dem UN-Funktionär werde zurzeit mit der jordanischen Regierung in Amman verhandelt, wie die Hilfslieferungen die Flüchtlinge erreichen könnten, ohne die Sicherheit des Landes zu gefährden.

Das kleine arabische Land beherbergt mehr als 600.000 syrische Flüchtlinge, die Regierung in Amman spricht gar von 1,4 Millionen. Jordanien hatte in der Vergangenheit immer wieder beklagt, am Ende seiner Kapazitäten zu sein und die internationale Gemeinschaft um Hilfe gebeten.