Neun Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl liegt die demokratische Bewerberin Hillary Clinton in vielen wichtigen Bundesstaaten vor ihrem republikanischen Konkurrenten Donald Trump. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Washington Post und SurveyMonkey, für die 74.000 Wahlberechtigte in allen Bundesstaaten befragt wurden.

Demnach würde Clinton aktuell 244 von 270 notwendigen Wahlmännern erhalten, Trump käme auf 126. Die Demokratin dominiert den Ergebnissen zufolge vor allem an den liberalen Küsten, während Trump starken Rückhalt im Mittleren Westen genießt, wo die Wahlberechtigten älter und und häufiger weiß sind. 

Viele Staaten sind allerdings auch noch stark umkämpft, sodass eine Trendwende durchaus möglich ist. In klassischen Umfragen ist Clintons Vorsprung zudem zuletzt deutlich kleiner geworden. Eine aktuelle Umfrage von CNN sieht Trump gar knapp vor seiner Konkurrentin.

Ein großes Problem ist für Trump der Erhebung zufolge, dass er bei gut ausgebildeten Weißen schlecht abschneidet. Dabei sei diese Wählergruppe für Republikaner bei vergangenen Wahlen grundsätzlich offen gewesen. Besonders weiße Frauen mit Universitätsabschluss lehnten den Kandidaten der Republikaner ab, schreibt die Washington Post. Doch auch grundsätzlich schneidet Trump unter Frauen und Nichtweißen deutlich schlechter ab als Clinton. Dafür ist es bei den Männern und Weißen genau umgekehrt.

Hinzu kommt, dass Trump in einigen Bundesstaaten hinten liegt, die bisher traditionell für die Republikaner gestimmt haben. In Arizona, Georgia und sogar Texas wird Clinton favorisiert oder ist zumindest nahezu gleichauf mit Trump.

Dies wird in der Erhebung auf das Programm des Milliardärs zurückgeführt: Trump habe mit seiner Ablehnung von Migranten und Freihandel zwar seinen Rückhalt im Mittleren Westen gestärkt, darüber aber die Unterstützung von vielen moderateren Wählern verloren. Darum müsse es für den republikanischen Kandidaten nun vor allem darum gehen, klassische Wähler der Partei, die wegen seiner Rhetorik verunsichert sind, zurückzuholen.