Präsidentschaftskandidat Donald Trump will die Militärausgaben der USA im Falle eines Wahlsieges deutlich anheben. Er werde den Streitkräften mehrere zehn Milliarden Dollar zusätzlich zur Verfügung stellen, sagte Trump bei einer Veranstaltung in Philadelphia, bei der beide Kandidaten ihre Sicherheitspolitik vorstellten.

Er wolle sowohl die Zahl der aktiven Soldaten als auch die der Marineschiffe, U-Boote und Kampfjets erhöhen, kündigte er an. Präsident Barack Obama warf Trump vor, die Armee auf 450.000 Soldaten verkleinern zu wollen. Er werde stattdessen das Truppenkontingent auf 540.000 aufstocken. 

Zur Finanzierung werde er unter anderem die vom Kongress 2011 festgelegten Grenzen für die Militärausgaben aufheben und nicht gezahlte Steuern in Milliardenhöhe eintreiben. Die Pläne würden das Haushaltsbudget nicht sprengen, sagte Trump. Die USA geben zurzeit 600 Milliarden Dollar (rund 530 Milliarden Euro) jährlich für das Militär aus. Das ist mehr, als die sieben bei den Militärkosten folgenden Staaten zusammen ausgeben.

Trump würde außerdem das Militär verpflichten, innerhalb von 30 Tagen einen Plan zur "Vernichtung" der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) vorzulegen, sagte er. "Dies erfordert militärische Kriegsführung, Cyber-Kriegsführung, finanzielle Kriegsführung und ideologische Kriegsführung". Auf die Frage, wie sein Plan genau aussehe, entgegnete der Republikaner: "Ich will dem Feind jetzt nicht über den Sender sagen, was mein Plan ist."

Erneut zeigte sich Trump beeindruckt von den Führungsqualitäten Wladimir Putins. An dem russischen Präsidenten schätze er, dass dieser "sehr starke Kontrolle über sein Land hat", sagte Trump. In puncto Führungskraft sei Putin US-Präsident Obama weit überlegen, sagte Trump.

Trump bereitet sich auf das Präsidentenamt vor

Der politische Seiteneinsteiger versicherte, er habe sich viel mit Außenpolitik beschäftigt, um sich auf die Aufgaben als Präsident vorzubereiten. Dabei habe er viel gelernt. Außerdem habe er als Unternehmer große internationale Erfahrungen, sagte Trump. "Ich denke die Hauptsache ist, dass ich ein großartiges Urteilsvermögen habe."

Der Fernsehsender NBC hatte Trump und seine demokratische Herausforderin Hillary Clinton zu einem so genannten "Oberkommandierenden-Forum" geladen, wo sie nacheinander vor Publikum Auskunft zu ihren sicherheitspolitischen Vorstellungen geben sollten. Clinton sagte, im Kampf gegen den Terror werde sie niemals US-Bodentruppen in den Irak oder nach Syrien schicken, sagte sie. Sie hob ihre Erfahrung als frühere Außenministerin hervor und lieferte in ihren Antworten mehr Details als der Republikaner Trump. Clinton würde damit den Kurs Obamas fortsetzen.  

Nachdem Trump im Wahlkampf am Dienstag außerdem mit einer Namensliste von 88 ihn unterstützenden Ruhestandsgenerälen aufgetrumpft hatte, setzte Clinton nach. Ihre Wahlkampfzentrale präsentierte eine Liste mit 95 Generälen a. D., die sich für Clinton aussprachen.