Das US-Repräsentantenhaus betrachtet den ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden weiterhin nicht als Whistleblower. Das geht aus einem Bericht des Geheimdienstausschusses hervor, der die Erkenntnisse aus einer zweijährigen Ermittlung beinhaltet und nur in Teilen veröffentlicht wurde.

Snowden habe größtenteils Dokumente mit Militärgeheimnissen gestohlen, die nichts mit der Privatsphäre von US-Bürgern zu tun hätten, heißt es in dem Report. Zwar stelle er sich als Person dar, die Fehlverhalten der Regierung aufgedeckt habe. In Wahrheit aber sei er nur ein "verärgerter Angestellter, der häufig Streit mit seinen Vorgesetzten hatte" und außerdem "ein Verräter, der seine Kollegen und sein Land vorsätzlich verraten hat."

In dem Bericht wird Snowden auch vorgeworfen, seine Leistungsbeurteilungen und seinen Lebenslauf manipuliert zu haben und, um innerhalb der NSA aufzusteigen. Sie kritisierten ihn auch dafür, dass er die Bedenken hinsichtlich der Abhörpraktiken der NSA, mit denen er die Weitergabe der Daten rechtfertigte, niemals einem Vorgesetzten gegenüber geäußert habe.

Snowden wies die Vorwürfe über Twitter zurück. "Mit diesem Bericht setzt sich der Ausschuss selbst herab", schrieb er. Nach zwei Jahren Ermittlungsarbeit hätte "das amerikanische Volk Besseres verdient".

Mit den von Snowden weitergegebenen Informationen hatten Medien unter anderem enthüllt, dass der US-Geheimdienst NSA die Telefondaten von Millionen US-Bürgern gesammelt hatte. Whistleblower sind in den USA zwar vom Gesetz geschützt. Für Snowden, der nach Russland geflohen ist und Präsident Barack Obama um Begnadigung gebeten hat, gilt dies aber nicht: Die Regierung besteht jedoch auf einem Prozess, der Snowden bis zu 30 Jahre Gefängnis einbringen könnte.