Ein französisches Gericht hat die geplante Räumung des Flüchtlingslagers im nordfranzösischen Calais gebilligt. Das Verwaltungsgericht der Stadt Lille lehnte einen Eilantrag von elf Hilfsorganisationen gegen die anstehende Auflösung des sogenannten Dschungels ab. Die Räumung des Lagers als solche sei kein Verstoß gegen das Verbot von "unmenschlicher und entwürdigender Behandlung" von Menschen, hieß es zur Begründung. Vielmehr ziele die Auflösung des Lagers unter anderem darauf ab, eine solche Behandlung von Flüchtlingen zu beenden.

Die französischen Behörden wollen das am Ärmelkanal gelegene Lager bestehend aus Zelten und einfachen Hütten bald räumen. Nach unterschiedlichen Angaben harren dort zwischen 6.000 und 10.000 Flüchtlinge aus. Die Menschen sollen in Unterkünfte in ganz Frankreich verteilt werden.

Die französische Regierung spricht angesichts der miserablen Zustände im "Dschungel" von einer humanitären Notwendigkeit einer Räumung. Viele der Migranten wollen aber nicht in andere französische Regionen gebracht werden. Ihr Ziel ist es, nach Großbritannien zu gelangen.

Ein Datum für den Beginn der Räumung des Lagers haben die französischen Behörden nicht genannt. Nachdem zunächst der vergangene Montag als möglicher Termin gegolten hatte, ist nun vom kommenden Montag die Rede. Innenminister Bernard Cazeneuve und Wohnungsministerin Emmanuelle Cosse bekräftigten die Absicht, das umstrittene Lager so bald wie möglich zu räumen.

Calais - "Große Koffer sind gut für die Menschen" Helfer sammeln bereits Gepäckstücke, in denen die Flüchtlinge ihre Habe transportieren könnten. Doch nicht alle Bewohner wollen das Lager verlassen, wenn es abgerissen wird. © Foto: AFP-TV