In Gaziantep hat es während einer Razzia gegen mutmaßliche IS-Terroristen mehrere Selbstmordanschläge gegeben. Der Anführer der mutmaßlichen Terrorzelle des sogenannten "Islamischen Staates" (IS) habe sich bei einer Polizeiaktion in die Luft gesprengt, berichtete die Nachrichtenagentur DHA. Die Polizei habe ein Haus im Viertel Burak durchsucht. Bei der Explosion sei außer dem Attentäter niemand getötet worden. Seine Frau und seine Kinder wurden in Polizeigewahrsam genommen.

Zuvor hatte sich im Viertel Şahinbey bereits ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und drei Polizisten getötet. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu gibt es zudem acht Verletzte, darunter vier Syrer.  

Der Attentäter soll während einer Polizeirazzia gegen den IS Sprengsätze gezündet haben. Mehrere Menschen wurden nach CNN-Angaben festgenommen. Der Gouverneur von Gaziantep sagte Anadolu, der Einsatz sei nach einem Tipp erfolgt, dass sich in einem Haus im Stadtteil Şahinbey ein Versteck der Terrormiliz befinde. Die Extremisten hätten sich in die Luft gesprengt, nachdem sie erkannt hätten, dass sie nicht entkommen könnten. Zudem habe es Informationen gegeben, eine IS-Zelle plane einen Anschlag auf die alevitische Kulturvereinigung der Stadt.

Die türkische Regierung verdächtigt den IS bereits, hinter einem Anschlag auf eine kurdische Hochzeitsfeier im August in Gaziantep zu stecken, bei dem mehr als 50 Menschen starben. Nach ersten Erkenntnissen soll ein Kind zwischen 12 und 14 Jahren das Attentat verübt haben. Die Identität ist nach wie vor nicht bekannt.

Unterdessen ist in der südosttürkischen Provinz Hakkâri ein Soldat durch einen von der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK gelegten Sprengsatz getötet worden, wie die Nachrichtenagentur DHA berichtete.  

Ebenfalls am Sonntag nahmen von der Türkei unterstützte syrische Rebellen weiter südlich den syrischen Ort Dabiq vom IS ein, der zwischen Aleppo und Gaziantep liegt.