Im Jemen sollen ab Mitternacht am Dienstag die Waffen im Bürgerkrieg ruhen. Dies teilte der UN-Sonderbeauftragte für den Jemen, Ismail Ould Sheikh Ahmed, mit. Alle Beteiligten hätten zugesagt, sich daran zu halten. Die Waffenruhe gelte zunächst für 72 Stunden mit der Option auf Verlängerung.

In dem Land herrscht Bürgerkrieg zwischen Anhängern der vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen und sunnitischen Gruppen, die der Regierung um Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi nahestehen. Hadis Lager wird von einer Militärallianz arabischer Staaten unterstützt, die von Saudi-Arabien angeführt wird. Diese Allianz fliegt seit März 2015 Luftangriffe auf Huthi-Rebellen. Auch die USA unterstützen diese Militärallianz gegen die Rebellen

In den Wirren des Bürgerkriegs konnte sich der "Islamische Staat" (IS) im Jemen etablieren. Er hat dort mehrere Anschläge verübt.

Satellitenbild: Zerstörungen in Sana'a

  • 2016
  • 2015
Budapest
Auf Satellitenbildern – hier: ein Gebiet im Nordwesten der Hauptstadt Sana'a – sind an vielen Stellen die schweren Zerstörungen durch den Bürgerkrieg in Jemen zu erkennen. Mit den Buttons für die Jahre 2016 und 2015 können Sie hin- und herschalten zwischen Bildern, die vor und nach den Kampfhandlungen aufgenommen wurden. Aufnahmedatum: 29.2.2016
Budapest
Auf Satellitenbildern – hier: ein Gebiet im Nordwesten der Hauptstadt Sana'a – sind an vielen Stellen die schweren Zerstörungen durch den Bürgerkrieg in Jemen zu erkennen. Mit den Buttons für die Jahre 2016 und 2015 können Sie hin- und herschalten zwischen Bildern, die vor und nach den Kampfhandlungen aufgenommen wurden. Aufnahmedatum: 25.2.2015

Seit März 2015 sind nach Angaben der UN im Jemen mehr als 10.000 Menschen getötet und mehr als drei Millionen vertrieben worden. Die Versorgungslage mit Lebensmitteln ist in Teilen des Landes katastrophal. Zuletzt starben bei einem Luftangriff auf eine Trauerfeier in der Hauptstadt Sanaa am vergangenen Samstag nach UN-Angaben mindestens 140 Menschen. Die saudische Militärkoalition räumte später die Verantwortung für den Angriff ein und berief sich auf "falsche Informationen" der jemenitischen Verbündeten. Unmittelbar danach forderten die USA und auch die UN die Kriegsparteien im Jemen zu einer neuen Waffenruhe und Verhandlungen auf.

Im Jemen hat es bereits mehrere Anläufe zu einer Einstellung der Kämpfe gegeben. Zuletzt trat im April eine Waffenruhe in Kraft, die dann nach weitgehend erfolglosen Friedensgesprächen endete.