Einen Tag nach Beginn der Offensive auf Mossul stockt die Militäroperation offenbar bereits. Irakische und kurdische Offiziere teilten mit, dass der Vormarsch auf die vom IS kontrollierte irakische Großstadt pausiert werde. Ein Sprecher der von den USA angeführten Anti-IS-Koalition sagte dagegen, dass die Militäroperation wie geplant fortgeführt werde.

Der Truppenführer der kurdischen Peschmerga-Miliz, Chathar Scheikan, sagte, seine Soldaten hätten mehrere Dörfer im Osten der Stadt eingenommen und hielten diese Stellungen. "Wir haben unsere Ziele erreicht", sagte Scheikan. Nun müssten die Soldaten der irakischen Streitkräfte die Vorhut übernehmen.

Der irakische Offizier Haider Fadhil sagte dagegen, die Peschmerga hätten um mehr Zeit gebeten, um ihre Ziele zu erreichen. Daher sei der Vormarsch zunächst eingestellt worden. Irakische und kurdische Offiziere wollten das weitere Vorgehen im Laufe des Dienstags beraten. 

Laut dem Sprecher des US-Bündnisses, John Dorrian, kommt die Offensive bisher wie geplant voran. Die irakischen Kräfte würden "exzellente Fortschritte" machen, sagte Dorrian. Einige Ziele seien sogar früher als erwartet erreicht worden, weil man auf wenig Widerstand getroffen sei.

Erste Ausfälle aus der Stadt durch IS-Kämpfer konnte die Koalition abwehren. Laut einem Militärsprecher schlug die Armee südlich von Mossul mindestens drei Vorstöße zurück. Dabei seien 30 Extremisten getötet worden. Angaben über eigene Verluste machte der Sprecher nicht. Die Propagandaeinheit des IS teilte mit, dass man mehrere Selbstmordattentäter eingesetzt habe.

Die Offensive war am Montagmorgen vom irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi gestartet worden. Mossul ist die letzte größere Stadt im Irak, die vom IS gehalten wird. Sollte Mossul zurückerobert werden, wäre die Terrormiliz in dem Land militärisch weitgehend geschlagen. Derzeit ist die Stadt ein Brückenkopf des IS im Irak. Sie ist auch deswegen strategisch wichtig, weil sie in der Nähe der syrischen und türkischen Grenze sowie nahe der autonomen kurdischen Region Nordirak liegt. Beobachter befürchten allerdings, dass die IS-Kämpfer in den Untergrund gehen und den Irak so weiter destabilisieren könnten.