Melania Trump hat sich in Interviews mit zwei US-Fernsehsendern zu dem Skandalvideo geäußert, in dem Donald Trump sich sexueller Übergriffe auf Frauen brüstet. Ihr Mann sei "vom Moderator angestachelt worden, diese schmutzigen und schlechten Dinge zu sagen", sagte Melania Trump CNN. Sie habe die Entschuldigung ihres Mannes angenommen. Ihre Ehe gehe weiter.

Bisher hatte sich Trumps dritte Ehefrau so gut es ging aus dem US-Wahlkampf herausgehalten. Wegen immer neuer Vorwürfe zu sexuellen Übergriffe gegen ihren Gatten gab sie nun CNN und Fox-TV Interviews. Sie habe ihrem Mann klargemacht, dass seine sexistischen Prahlereien völlig unangemessenen seien, sagte die 46-Jährige. "Ich war überrascht, denn das ist nicht der Mann den ich kenne", sagte sie zu CNN. Schließlich handle es sich aber um "Jungengerede", sagte Melania Trump.

Der Fernsehmoderator Billy Bush, der mit Donald Trump in dem Skandalvideo auftaucht, wurde unterdessen von seinem Arbeitgeber entlassen. Der Fernsehsender NBC teilte mit, der Moderator, der bereits suspendiert war, sei wegen des Skandals um die sexistischen Äußerungen entlassen worden.

Donald Trump hatte in einem Video aus dem Jahr 2005 damit geprahlt, er könne sich als Star erlauben, Frauen ohne Weiteres auf den Mund zu küssen und sie überall anzufassen. Zu diesem Zeitpunkt war er erst kurz mit Melania verheiratet. Er versicherte zwar, das sei nur Gerede gewesen, doch wenig später warfen ihm mehrere Frauen vor, sie tatsächlich begrapscht zu haben.

Trump spricht von "Watergate"

Im Wahlkampf setzt Trump weiter auf Attacken gegen seine demokratische Gegnerin Hillary Clinton. Neu veröffentlichte FBI-Akten über die Einstufung einer E-Mail von Clinton hätten eine der größten Fehlleistungen der Justiz in der Geschichte der USA enthüllt, sagte Trump in Wisconsin. Das Außenministerium habe zu vertuschen versucht, dass Clinton Geheiminformationen über einen unsicheren Server verschickt habe.

Den Akten zufolge hat das Außenministerium die US-Bundespolizei gebeten, von Clinton in einer E-Mail verschicktes Material als weniger geheim einzustufen. Im Gegenzug werde man der Bitte des FBI nachkommen, mehr Agenten im Ausland stationieren zu dürfen. In der E-Mail ging es um Berichte über Ermittlungen der libyschen Polizei zu Angriffen auf das US-Konsulat in Bengasi im September 2012. Das FBI lehnte den Vorschlag des Außenministeriums schließlich ab.

Trump nannte den Vorgang ein Verbrechen, das schlimmer sei als der Einbruch in das Watergate-Gebäude, bei dem 1972 Abhörmikrofone im Hauptquartier der Demokraten installiert worden waren. Im Zuge der Affäre musste der damalige Präsident Richard Nixon zurücktreten.