Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump muss sich auf eine weitere Welle der Entrüstung einstellen. Nachdem er gerade erst wegen sexistischer Äußerungen die Unterstützung zahlreicher hochkarätiger Republikaner verloren hat, machen ihm nun ehemalige Schönheitsköniginnen Vorwürfe zu seinem Umgang mit Frauen. Wie buzzfeed und der Fernsehsender CBS berichten, halten ihm die jungen Frauen vor, er sei einfach unangekündigt in ihre Umkleidekabinen spaziert. 

Die frühere Miss Arizona von 2001, Tasha Dixon, sagte dem Sender CBS, die erste Begegnung der Teilnehmerinnen mit Trump habe es während der Probe für den Bikini-Wettbewerb gegeben. "Er kam einfach hereinspaziert. Es war keine Sekunde Zeit, ein Kleid oder sonst irgendetwas überzuwerfen. Manche Mädchen waren oben ohne, andere völlig nackt."

Andere Frauen, die 1997 an einem Schönheitswettbewerb teilgenommen hatten, beschrieben ähnliche Erfahrungen. Die frühere Miss Vermont Teen, Mariah Billado, sagte buzzfeed, Trump habe bei seinem Besuch in der Umkleidekabine etwas in der Art gesagt wie "Keine Sorge, das alles habe ich schon mal gesehen". Manche der Teilnehmerinnen seien erst 15 Jahre alt gewesen.

Zuvor war ein Mitschnitt der Howard Stern Show aus dem Jahr 2005 publik geworden, in dem Trump sich damit brüstet, dass er es sich als Ausrichter der Schönheitswettbewerbe erlauben könne, einfach in die Garderoben hineinzugehen, wenn die Teilnehmerinnen ohne Kleidung dastünden. 

Einflussreiche Katholiken wenden sich von Trump ab

Bereits nach Bekanntwerden eines Videos, in dem Trump damit angab, als Star könne er sich sexuelle Übergriffe auf Frauen leisten, waren zahlreiche Parteigrößen von ihm abgerückt, unter ihnen der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, der ehemalige Präsidentschaftskandidat John McCain und Ex-Außenministerin Condoleezza Rice. 

Auf die Abfuhr Ryans und anderer Republikaner teilte Trump als Antwort allerdings erst richtig aus. Der Sprecher des Abgeordnetenhauses sei "schwach und nicht effektiv", hatte der Präsidentschaftskandidat den nach dem Präsidenten und Vize-Präsidenten dritthöchsten Repräsentanten der USA angegriffen. "Paul Ryan steht für offene Grenzen, Amnestie und schlechte Budgets."

Mehr als 20 republikanische Spitzenpolitiker hatten Trump aufgefordert, seine Kandidatur einen Monat vor der Wahl fallen zu lassen. Dies wies der Immobilienmilliardär entschieden zurück: "Ich werde niemals aus dem Rennen aussteigen, werde niemals meine Anhänger im Stich lassen".

Doch seine Unterstützer werden immer weniger. Inzwischen fordert auch das Sprachrohr der Republikaner-freundlichen Katholiken, CatholicVote.org, Trump auf, seine Kandidatur niederzulegen. "Die Überlebensfähigkeit von Donald Trumps Kandidatur steht in Frage", erklärte die katholische Laienorganisation, die bislang beide Augen zugedrückt hatte. "Wenn Donald Trump nicht bereit ist, zur Seite zu treten, muss die republikanische Parteiführung aus Anstand und Selbsterhalt so schnell wie möglich einschreiten", hieß es auf der Kampagnenseite.

Meinungsforscher sehen Trumps Problem mit den Katholiken, die etwa ein Fünftel der Wählerschaft in den USA ausmachen, nun noch größer werden. Laut einer aktuellen Umfrage des unabhängigen Instituts PRRI und des Atlantic Magazins liegt Trump unter allen Katholiken 21 Prozentpunkte hinter Clinton (34 zu 55 Prozent). Dieser Abstand spiegelt nicht nur die überwältigende Unterstützung Clintons durch katholische Latinos, sondern auch einen Einbruch Trumps bei weißen Katholiken wider.